Die Fassade des Neubaus setzt in ihrer Farbigkeit und Materialwahl einen deutlichen und bewussten Kontrast zum Bestand. Anstelle des Klinkers finden sich dort Glasfliesen, die in verschiedenen Grüntönen die Außenseite des kubischen, hier und da eingeschnittenen Baukörpers bekleiden.Forschung & Bildung
OGTS Mainzer Straße
Mainzer Straße 30-34
50678 Köln
Innenstadt
50678 Köln
Innenstadt
Die Bebauung entlang der Mainzer Straße zeigt deutlich die Zeitschnitte des 19. und 20. Jahrhunderts. Neben Häusern der nach 1886 einsetzenden Stadterweiterung finden sich die Zeugen des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Nicht selten markieren hoch aufschießende Backsteinwände die Zäsuren von Altem und Neuem, das inzwischen auch gealtert ist.
So ist auch der Schulhof der Katholischen Grundschule Mainzer Straße, der mit seinen Pausen- und Sportflächen den Innenraum eines Blockes einnimmt, im Norden von Brandmauern umgrenzt. Nach Südosten, zur Mainzer Straße hin, schließt der zwischen 1959 und 1961 errichtete Schulbau des Architekten Otto Scheib den Block. Das Schulhaus wendet sich kleinmaßstäblich mit Klinkerfassaden dem Stadt- und dem Hofraum zu. Straßenseitig bildet dieser denkmalgeschützte Bau durch seinen Rücksprung von der Straßenflucht einen länglichen Vorplatz aus, der großzügige Hofraum ist durch ein Foyer erschlossen, in dem eine Pförtnerloge situiert ist.
Am hofseitigen Ausgang des Foyers schließt unvermittelt der vom Kölner Büro JSWD Architekten errichtete Neubau an, der die Schule um Räume für den Betrieb einer Offenen Ganztagsschule (OGTS) erweitert und anstelle eines eingeschossigen Baukörpers errichtet wurde, der den überdachten Zugang zur nordwestlich anschließenden Turnhalle darstellte. Die Fassade des Neubaus setzt in ihrer Farbigkeit und Materialwahl einen deutlichen und bewussten Kontrast zum Bestand: Anstelle des Klinkers finden sich dort Glasfliesen, die in verschiedenen Grüntönen die Außenseite des kubischen, hier und da eingeschnittenen Baukörpers bekleiden. Inwiefern sich die Materialwahl aus dem Ort heraus motiviert, bleibt offen – zumindest entfernt erinnern die kleinteiligen Glasflächen an die in Köln häufig anzutreffenden Fliesenfassaden der Nachkriegszeit –, doch wird der gestalterische Wille einer Gegenüberstellung von Alt und Neu dadurch besonders augenscheinlich.
So ist auch der Schulhof der Katholischen Grundschule Mainzer Straße, der mit seinen Pausen- und Sportflächen den Innenraum eines Blockes einnimmt, im Norden von Brandmauern umgrenzt. Nach Südosten, zur Mainzer Straße hin, schließt der zwischen 1959 und 1961 errichtete Schulbau des Architekten Otto Scheib den Block. Das Schulhaus wendet sich kleinmaßstäblich mit Klinkerfassaden dem Stadt- und dem Hofraum zu. Straßenseitig bildet dieser denkmalgeschützte Bau durch seinen Rücksprung von der Straßenflucht einen länglichen Vorplatz aus, der großzügige Hofraum ist durch ein Foyer erschlossen, in dem eine Pförtnerloge situiert ist.
Am hofseitigen Ausgang des Foyers schließt unvermittelt der vom Kölner Büro JSWD Architekten errichtete Neubau an, der die Schule um Räume für den Betrieb einer Offenen Ganztagsschule (OGTS) erweitert und anstelle eines eingeschossigen Baukörpers errichtet wurde, der den überdachten Zugang zur nordwestlich anschließenden Turnhalle darstellte. Die Fassade des Neubaus setzt in ihrer Farbigkeit und Materialwahl einen deutlichen und bewussten Kontrast zum Bestand: Anstelle des Klinkers finden sich dort Glasfliesen, die in verschiedenen Grüntönen die Außenseite des kubischen, hier und da eingeschnittenen Baukörpers bekleiden. Inwiefern sich die Materialwahl aus dem Ort heraus motiviert, bleibt offen – zumindest entfernt erinnern die kleinteiligen Glasflächen an die in Köln häufig anzutreffenden Fliesenfassaden der Nachkriegszeit –, doch wird der gestalterische Wille einer Gegenüberstellung von Alt und Neu dadurch besonders augenscheinlich.
Die Glasfliesenfassade betont insbesondere die autonome Körperhaftigkeit des Erweiterungsbaus, der bewusst seinen Ort im Innenhof einnimmt und diesen dadurch in zwei Bereiche teilt: zum einen in den südwestlichen Schulhof, zum anderen in den kleineren nordöstlichen Bereich mit Sportflächen, der der vorhandenen Turnhalle zugeordnet ist. An dieser Stelle, der nordwestlichen Gebäudekante, bildet der Neubau durch Auskragung der Obergeschosse einen überdachten, zwischen den beiden Höfen vermittelnden Pausenbereich aus. Während der neue Baukörper zum Schulhof hin eine flächige Begrenzung zeigt, ist er im Nordosten aufgrund der notwendigen Abstandsflächen zu den Nachbargebäuden mehrfach gestaffelt.
In ihrer Differenzierung kennzeichnen die Fensteröffnungen verschiedene Bereiche im Inneren: Hinter Fensterbändern, deren Laibungsbleche jeweils die Gebäudeecken umgreifen, sind die insgesamt fünf Betreuungsräume angeordnet. Vor dem Treppenhaus und der neu eingerichteten Küche sind Lamellenfenster angebracht. Aufgrund dieser Varianz der Einschnitte und Staffelungen erhält das Äußere des Gebäudes eine differenzierte Ausbildung seiner Begrenzungsflächen, die von den dezenten Farbnuancen der Fliesen zusätzlich unterstützt wird. Die durchscheinende Oberfläche der gläsernen Haut mindert zugleich das starr Körperhafte.
Das Fassadensystem wurde in Zusammenarbeit mit der Firma alsecco entwickelt und erhielt für die Schulerweiterung eine „Zulassung im Einzelfall“. Die auf Matten montierten Glasfliesen mit einem Achsmaß von 5 x 5 Zentimetern sind in der Art eines konventionellen Wärmedämmverbundsystems auf expandiertem Polystyrol-Hartschaum angebracht. Neben bautechnischen Gründen, wie zum Beispiel der geringen Empfindlichkeit gegenüber witterungsbedingten Einflüssen, waren nicht zuletzt auch wirtschaftliche Kriterien ausschlaggebend für die Verwendung dieses neu entwickelten Systems bei einem Projekt mit eng gestecktem Kosten- und Zeitrahmen.
In ihrer Differenzierung kennzeichnen die Fensteröffnungen verschiedene Bereiche im Inneren: Hinter Fensterbändern, deren Laibungsbleche jeweils die Gebäudeecken umgreifen, sind die insgesamt fünf Betreuungsräume angeordnet. Vor dem Treppenhaus und der neu eingerichteten Küche sind Lamellenfenster angebracht. Aufgrund dieser Varianz der Einschnitte und Staffelungen erhält das Äußere des Gebäudes eine differenzierte Ausbildung seiner Begrenzungsflächen, die von den dezenten Farbnuancen der Fliesen zusätzlich unterstützt wird. Die durchscheinende Oberfläche der gläsernen Haut mindert zugleich das starr Körperhafte.
Das Fassadensystem wurde in Zusammenarbeit mit der Firma alsecco entwickelt und erhielt für die Schulerweiterung eine „Zulassung im Einzelfall“. Die auf Matten montierten Glasfliesen mit einem Achsmaß von 5 x 5 Zentimetern sind in der Art eines konventionellen Wärmedämmverbundsystems auf expandiertem Polystyrol-Hartschaum angebracht. Neben bautechnischen Gründen, wie zum Beispiel der geringen Empfindlichkeit gegenüber witterungsbedingten Einflüssen, waren nicht zuletzt auch wirtschaftliche Kriterien ausschlaggebend für die Verwendung dieses neu entwickelten Systems bei einem Projekt mit eng gestecktem Kosten- und Zeitrahmen.
Im Erdgeschoss ziehen sich die Glasfliesen als teilweise Wandbekleidung des hohen Sockelbereichs, der bis an die Oberkante der Türen reicht, in den Innenraum. Die übrigen Wandflächen sind weiß verputzt und in den nicht gefliesten Bereichen der Sockelzone mit einem Latexanstrich versehen, der die Reinigung der Wände erleichtern soll. Als Bodenbelag wurde in den Erschließungsbereichen Betonwerkstein, in den Betreuungsräumen dunkelgraues Linoleum verwendet – die ursprüngliche Planung, sämtliche Böden mit Kopfparkett zu belegen, musste aus Kostengründen verworfen werden. Ähnliche Konzessionen an den Kostenrahmen zeigen sich auch in den Abhangdecken, die aus Schallschutzgründen eingebracht und nicht immer detailverliebt ausgeführt wurden.
Der Erweiterungsbau ergänzt die Schule um fünf Betreuungsräume einer OGTS, von denen jeder etwa 70 Quadratmeter umfasst und bis zu 25 Schülern Platz bietet. Die Räume sind derart entlang der Fassaden angeordnet, dass sich zwei im Erdgeschoss, einer im ersten und zwei weitere im zweiten Obergeschoss finden. Im ersten Obergeschoss wurde zudem eine Küche eingerichtet, in der täglich 270 Mahlzeiten zubereitet werden können. In jeder seiner drei Ebenen ist der Erweiterungsbau mit dem Altbau verbunden – im Erdgeschoss über den Hof, in den beiden oberen Geschossen über einen gedeckten respektive offenen Steg. Durch den Einbau eines Lifts im Neubau wurde es somit möglich, das bestehende Schulhaus in nahezu allen Bereichen behindertengerecht zu erschließen, ohne dort größere Eingriffe vornehmen zu müssen.
Die Unterstützung und Optimierung des Alten ist hier Leistung des Neuen, das sich dem Bestand zwar selbstbewusst gegenüberstellt, aber doch in den Dienst der Institution „Schule“ tritt, die der zur Stadt gewandte Altbau verkörpert.
Rainer Schützeichel
August 2009
Der Erweiterungsbau ergänzt die Schule um fünf Betreuungsräume einer OGTS, von denen jeder etwa 70 Quadratmeter umfasst und bis zu 25 Schülern Platz bietet. Die Räume sind derart entlang der Fassaden angeordnet, dass sich zwei im Erdgeschoss, einer im ersten und zwei weitere im zweiten Obergeschoss finden. Im ersten Obergeschoss wurde zudem eine Küche eingerichtet, in der täglich 270 Mahlzeiten zubereitet werden können. In jeder seiner drei Ebenen ist der Erweiterungsbau mit dem Altbau verbunden – im Erdgeschoss über den Hof, in den beiden oberen Geschossen über einen gedeckten respektive offenen Steg. Durch den Einbau eines Lifts im Neubau wurde es somit möglich, das bestehende Schulhaus in nahezu allen Bereichen behindertengerecht zu erschließen, ohne dort größere Eingriffe vornehmen zu müssen.
Die Unterstützung und Optimierung des Alten ist hier Leistung des Neuen, das sich dem Bestand zwar selbstbewusst gegenüberstellt, aber doch in den Dienst der Institution „Schule“ tritt, die der zur Stadt gewandte Altbau verkörpert.
Rainer Schützeichel
August 2009
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Objekt-Daten
| Objektnr | projekt # 091 |
| Baujahr | 2005-2007 |
| Eigentümer | Katholische Grundschule Mainzer Straße |
| Bauherr | Gebäudewirtschaft der Stadt Köln |
| Architekt | JSWD Architekten, Köln |
| Fotos von | Lukas Roth; Archivaufnahme von Rheinisches Bildarchiv; Graphiken von JSWD Architekten |
| Optionen |
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