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Ring-Karree

Der von Norman Foster geplante Neubau des Kölner Versicherungskonzern ist nicht nur feinste Architektur für einen feinen Laden, er leistet zugleich einen belebenden Impuls für die Sanierung des Friesenviertels.
Fotos: Steffen Hauser


Verwaltung & Büro

Ring-Karree


Friesenplatz
50670 Köln
Innenstadt

Unbestreitbar: Zwischen Hohenzollernring, Magnusstraße, Friesenwall und der Straße Im Klapperhof ist ein neues architektonisches Highlight in Köln entstanden. Der von Norman Foster geplante Neubau des Kölner Versicherungskonzern ist nicht nur feinste Architektur für einen feinen Laden, er leistet zugleich einen belebenden Impuls für die Sanierung des Friesenviertels und fügt sich mit seinem Mischnutzungskonzept darüber hinaus gut in die urbane Landschaft der Innenstadt ein.

Neues in gewachsene Strukturen zu integrieren, spielte bei der Planung des Ring-Karrees eine große Rolle. Mit dem Gebäude wird ein ganzer Straßenzug zum belebenden Element für ein bisher durch Nachkriegsbebauung und Rotlichatmosphäre geprägtes Stadtviertel. Die Mischnutzung des Gebäudes, das neben den Büros des Versicherungsunternehmens außerdem Bars, Showrooms, Geschäfte und Wohneinheiten beherbergt, prägt wesentlich den offenen Charakter des Objekts.

Architektontisch betrachtet greift die Ringfassade die Traufhöhe der Umgebung auf, die darüber hinaus ragenden Türme ragen - Stufe für Stufe - darüber empor, ohne den proportionalen Bezug zur Umgebung zu verlieren.

Die Fassadengestaltung nimmt neben Stahl und Glas die Werksteinverkleidung (fränkischer Trosselfels) der in der Nachbarschaft liegenden Gerling-Bauten aus den 30er und 60er Jahren auf und setzt so ein Zeichen der Corporate Identity.

Neben den sehr klaren und geradlinigen Formen sind die geschwungenen Decken ein prägnantes Gestaltungselement des Gebäudes, das durch seine Form und Materialausführung die Lichtreflexion in den Büros, den Fluren und den Wohnungen optimiert.

Sicher ist es dem Einfluss von Konzern-Chef Rolf Gerling, der bekanntlich ein Faible für Ökologie hat, zu verdanken, dass das Gebäude modernsten ökologischen Ansprüchen genügt. Architektur und Technik des Ring-Karrées machen eine Klimaanlage in den Büroräumen überflüssig. Die zu den Hauptverkehrsstraßen gelegenen Seiten des Gebäudes sind dreifach verglast. Zwischen den Fassadenschichten kann Außenluft frei zirkulieren und sorgt für ein angenehme Durchlüftung der Räume.

Darüber hinaus wird die Sonnenergie passiv genutzt durch den Einsatz von integrierten Sonnen- und Lichtlenkungssystemen. Die Lamellen zwischen Innen- und Außenfassede dienen als Sonnenschutz, als Wärmespeicher oder reflektieren bei entsprechender Stellung zusätzlich Licht in die Büros.

Die Wasserfläche und die Grünanalge des Innenhofs dienen ebenfalls zur Verbesserung des Klimas. Die Abstände der einzelnen Türme zueinander sowie ihre Höhen sind so gewählt, dass der südliche Turm die nördlichen Türme verschattet.
Die Büros, Flure und Lift-Lobbies des Gerling Ring-Karrees sind mit Kunstwerken ausgestattet, die die Gerling Baukunst GmbH speziell für das neue Gebäude angekauft hat. Die Gerling-Kunstsammlung umfasst mittlerweile 4.500 Bilder. Bei den Werken, die für das Gerling Ring-Karree angekauft worden sind, handelt es sich überwiegend um Originale sowie hochwertige Fotografien und teilweise Grafiken. 20 Prozent der Kunst im Ring-Karree stammen von etablierten Künstlern, 80 Prozent der Kunst wurde in den letzten zwei Jahren von jungen Künstlern erworben.

Das spezielle Kunstkonzept für den Neubau will den setzt in Anlehnung an die Unternehmensphilosophie auf Internationalität und Weltoffenheit. Inhaltlich nehemn die Kunstwerke in den einzelnen Türmen bezug auf die Themen "Europa", "Amerika", "Asien". Entweder stammen die Künstler aus den betreffenden Regionen oder sie beziehen sich in ihrer Arbeit darauf.

Jede Etage trägt wiederum einen eigenen Titel, mit dem die Kunstwerke korrespondieren. So befinden sich etwas Werke von Calder und Man Ray im 5. Stock des westlichen Seitenflügels unter der Bezeichnung "Let's stay together."

Sebastian Hebler
August 2003

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Objekt-Daten

Objektnrprojekt # 009
Baujahr1999-2001
EigentümerGerling Konzern
BauherrBaugemeinschaft Gerling-Ring
ArchitektFoster and Partners, London
Fotos vonSteffen Hauser