Aus der Ferne wirkt das Gebäude wie ein grauer Monolith, erst beim Näherkommen erkennt man die Struktur der Sandsteinplatten.Foto: Aymeric Fouquez
Forschung & Bildung
Kunsthochschule für Medien
Filzengraben 2
50676 Köln
Innenstadt
50676 Köln
Innenstadt
Kunsthochschule für Medien Köln
Die Kunsthochschule für Medien (KHM), angesiedelt im Kölner Altstadtquartier zwischen Rheinuferstraße und Malzmühle, besteht seit 1990 und konzentriert sich auf den Studiengang der „Audiovisuellen Medien“. Die Einrichtungen der Hochschule verteilen sich dezentral auf mehrere Gebäude, die aber aufgrund ihrer Nähe zueinander durchaus in der Lage sind, das Quartier zum Campus zu machen. Das Overstolzenhaus etwa beherbergt die Bibliothek, der Großteil der Institutionen jedoch reiht sich in den Gebäuden entlang des Filzengrabens auf.
Blickt man vom Rhein den Filzengraben hinauf, so findet die Straße mit dem Neubau der KHM in unmittelbarer Nähe zur Trinitatiskirche einen markanten Abschluss. Aus der Ferne wirkt das Gebäude wie ein von wenigen Öffnungen durchzogener Monolith, der die Satteldachhäuser der Nachbarschaft abbildet. Beim Näherkommen jedoch zeigt sich die gefugte Struktur der Fassade, die sich aus großformatigen Pietra Serena-Platten aufbaut. Der graue Sandstein umläuft bandartig das Gebäude und findet sich auch an den beiden rückwärtigen, den Hof rahmenden Gebäuden wieder, die sich dem Blick des nun am Haupteingang Angekommenen zeigen.
Dieser Hof ist von der Straße aus durch eine zwei Geschosse hohe Durchfahrt zu erreichen und bildet das Zentrum des Gebäudeensembles. Seminar-, Arbeits- und Aufenthaltsräume gruppieren sich gleichermaßen um den Hof, die Funktion „Hochschule“ wird hier unvermittelt spürbar. Im südlichen Bauwerk ist ein über zwei Etagen ins Untergeschoss führendes Studio untergebracht. Zwischen Haupt- und Studiogebäude greift die Cafeteria mit ihrer Außenbestuhlung in das Geschehen im Hof ein. Wenn auch die Gebäude in ihrer Form unterschieden sind – das Hauptgebäude mit seinem Satteldach findet sein Gegengewicht in zwei flach gedeckten, eingeschossigen Gebäuden im Hof –, so unterstützt die Homogenität des Fassadenmaterials in Verbindung mit dem Plattenbelag des Hofes den symbolhaften Eindruck.
Die Kunsthochschule für Medien (KHM), angesiedelt im Kölner Altstadtquartier zwischen Rheinuferstraße und Malzmühle, besteht seit 1990 und konzentriert sich auf den Studiengang der „Audiovisuellen Medien“. Die Einrichtungen der Hochschule verteilen sich dezentral auf mehrere Gebäude, die aber aufgrund ihrer Nähe zueinander durchaus in der Lage sind, das Quartier zum Campus zu machen. Das Overstolzenhaus etwa beherbergt die Bibliothek, der Großteil der Institutionen jedoch reiht sich in den Gebäuden entlang des Filzengrabens auf.
Blickt man vom Rhein den Filzengraben hinauf, so findet die Straße mit dem Neubau der KHM in unmittelbarer Nähe zur Trinitatiskirche einen markanten Abschluss. Aus der Ferne wirkt das Gebäude wie ein von wenigen Öffnungen durchzogener Monolith, der die Satteldachhäuser der Nachbarschaft abbildet. Beim Näherkommen jedoch zeigt sich die gefugte Struktur der Fassade, die sich aus großformatigen Pietra Serena-Platten aufbaut. Der graue Sandstein umläuft bandartig das Gebäude und findet sich auch an den beiden rückwärtigen, den Hof rahmenden Gebäuden wieder, die sich dem Blick des nun am Haupteingang Angekommenen zeigen.
Dieser Hof ist von der Straße aus durch eine zwei Geschosse hohe Durchfahrt zu erreichen und bildet das Zentrum des Gebäudeensembles. Seminar-, Arbeits- und Aufenthaltsräume gruppieren sich gleichermaßen um den Hof, die Funktion „Hochschule“ wird hier unvermittelt spürbar. Im südlichen Bauwerk ist ein über zwei Etagen ins Untergeschoss führendes Studio untergebracht. Zwischen Haupt- und Studiogebäude greift die Cafeteria mit ihrer Außenbestuhlung in das Geschehen im Hof ein. Wenn auch die Gebäude in ihrer Form unterschieden sind – das Hauptgebäude mit seinem Satteldach findet sein Gegengewicht in zwei flach gedeckten, eingeschossigen Gebäuden im Hof –, so unterstützt die Homogenität des Fassadenmaterials in Verbindung mit dem Plattenbelag des Hofes den symbolhaften Eindruck.
Der Eingang zum viergeschossigen Hauptgebäude an der Straße sticht durch seine raumhohe Verglasung deutlich aus dem grauen Baukörper hervor. Das Foyer im Erdgeschoss wirkt nun ein wenig gedrängt, versucht es doch, auf relativ geringer Grundfläche die Erschließung in Form von Treppen und Aufzug, die Information des Eintretenden und den Zugang zur großzügigen Aula zu gewährleisten. Diese Enge setzt sich auch in den oberen Etagen fort, denn das Treppenhaus bleibt ausschließlich Verkehrsfläche, von der die Flure zu den einzelnen Seminar- und Büroräumen abgetrennt sind.
Die mit Dolby-Surround bespielte, 200 Personen fassende Aula im Erdgeschoss hat doppelte Geschosshöhe und öffnet sich mit Glastüren zum Hof. Der Zugang zur eingehängten Projektionskabine, die sich im hinteren Teil des Raumes als schwarze Box von der Holzverkleidung der Wände abhebt, findet sich im ersten Obergeschoss. Die weiteren Obergeschosse des Neubaus sind effizient organisiert: Entlang eines zentralen Flures reihen sich zu beiden Seiten Büros und Arbeitsräume an, im Dachgeschoss ist der Flur verkürzt und führt in einen über die gesamte Gebäudebreite spannenden Computer-Seminarraum.
Im Untergeschoss ermöglichen Tonstudios und Bearbeitungsräume den Studenten die praktische Anwendung des Gelernten. Unterhalb der Aula sind je zwei Regie- und Aufnahmeräume einander zugeordnet. Die Bedienung der Medientechnik im großen Aufnahmeraum und in der kleinen Sprecherkabine vermittelt in direkter Weise die Praxis des „Medienschaffens“. Ein Durchgang führt unter dem Hof hindurch in ein Mischstudio im Untergeschoss der Cafeteria, die so auch in direkter Weise mit dem Hauptgebäude verbunden ist.
Aus Gründen des Hochwasserschutzes sind alle Untergeschosse als Weiße Wanne ausgebildet – die Anhebung des Erdgeschosses von Cafeteria und Studiogebäude auf ein hochwassersicheres Niveau erklärt zudem die als Sockel zu verstehende Stufe, die diese Bauteile von der eigentlichen Hofebene abhebt.
Die mit Dolby-Surround bespielte, 200 Personen fassende Aula im Erdgeschoss hat doppelte Geschosshöhe und öffnet sich mit Glastüren zum Hof. Der Zugang zur eingehängten Projektionskabine, die sich im hinteren Teil des Raumes als schwarze Box von der Holzverkleidung der Wände abhebt, findet sich im ersten Obergeschoss. Die weiteren Obergeschosse des Neubaus sind effizient organisiert: Entlang eines zentralen Flures reihen sich zu beiden Seiten Büros und Arbeitsräume an, im Dachgeschoss ist der Flur verkürzt und führt in einen über die gesamte Gebäudebreite spannenden Computer-Seminarraum.
Im Untergeschoss ermöglichen Tonstudios und Bearbeitungsräume den Studenten die praktische Anwendung des Gelernten. Unterhalb der Aula sind je zwei Regie- und Aufnahmeräume einander zugeordnet. Die Bedienung der Medientechnik im großen Aufnahmeraum und in der kleinen Sprecherkabine vermittelt in direkter Weise die Praxis des „Medienschaffens“. Ein Durchgang führt unter dem Hof hindurch in ein Mischstudio im Untergeschoss der Cafeteria, die so auch in direkter Weise mit dem Hauptgebäude verbunden ist.
Aus Gründen des Hochwasserschutzes sind alle Untergeschosse als Weiße Wanne ausgebildet – die Anhebung des Erdgeschosses von Cafeteria und Studiogebäude auf ein hochwassersicheres Niveau erklärt zudem die als Sockel zu verstehende Stufe, die diese Bauteile von der eigentlichen Hofebene abhebt.
Das Gebäude zeichnet mit dem Zuschnitt seiner Kubatur die Nachbarbebauung nach. Das Verwaltungsgebäude der KHM, das schräg gegenüber des Neubaus am Peter-Welter-Platz liegt, bildet eine ähnliche, sattelgedeckte Gebäudeform ab, spricht aber deutlich die architektonische Sprache früherer Jahre – dennoch kann aufgrund dieser Ähnlichkeit ein formaler Bezug des neuen Hauptgebäudes zum Altbau festgestellt werden, der nicht zwingend zufällig ist. Dieser Bezug stärkt das Bild des eingangs beschriebenen Campus’, den das Quartier hier um die KHM herum bildet.
Die Verantwortung von Medienschaffenden, die als Autoren, Künstler oder Regisseure wesentlich die Rezeption des medial Dargebotenen beeinflussen, sollte nicht zuletzt als gesellschaftliche Aufgabe verstanden werden. Der Ort der KHM, der nicht abgelegen am diffusen urbanen Rand, sondern im Zentrum der Stadt liegt, führt das städtische und damit das gesellschaftliche Gefüge mit all seinen Brüchen unmittelbar vor Augen. In diesem urbanen Umfeld können die Sinne der Studenten geschärft und im Rahmen der Ausbildung professionalisiert werden. Das Haus, in dem sie lernen und arbeiten, dient dabei als fester Referenzpunkt innerhalb des Gefüges. Durch seinen emblematischen architektonischen Ausdruck vermag es, die Institution KHM zugleich nach innen wie nach außen zu vermitteln.
Rainer Schützeichel
September 2007
Die Verantwortung von Medienschaffenden, die als Autoren, Künstler oder Regisseure wesentlich die Rezeption des medial Dargebotenen beeinflussen, sollte nicht zuletzt als gesellschaftliche Aufgabe verstanden werden. Der Ort der KHM, der nicht abgelegen am diffusen urbanen Rand, sondern im Zentrum der Stadt liegt, führt das städtische und damit das gesellschaftliche Gefüge mit all seinen Brüchen unmittelbar vor Augen. In diesem urbanen Umfeld können die Sinne der Studenten geschärft und im Rahmen der Ausbildung professionalisiert werden. Das Haus, in dem sie lernen und arbeiten, dient dabei als fester Referenzpunkt innerhalb des Gefüges. Durch seinen emblematischen architektonischen Ausdruck vermag es, die Institution KHM zugleich nach innen wie nach außen zu vermitteln.
Rainer Schützeichel
September 2007
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Objekt-Daten
| Objektnr | Projekt #082 |
| Baujahr | 2003-2005 |
| Eigentümer | Kunsthochschule für Medien Köln |
| Bauherr | Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW |
| Architekt | JSWD Architekten, Köln |
| Fotos von | Aymeric Fouquez; Graphiken von JSWD Architekten |
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