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Stadthäuser am Niehler Damm

Die rhythmische Gliederung der Gebäudegruppe folgt dem schrägen Verlauf des Niehler Damms.
Foto: Sigurd Steinprinz



Wohnen

Stadthäuser am Niehler Damm


Niehler Damm 197 a-e
50735 Köln
Niehl

Auf einem schmalen Grundstück zwischen Niehler Damm und Sebastianstraße sind 2004 elf Stadthäuser errichtet worden. Sie ersetzen eine Hofanlage, die seit mehr als zehn Jahren brach lag. Ausgangspunkt und Filetstück der Planung war naturgemäß die Rheinfront. Für diese exponierte Stelle schuf das Büro Jankowski fünf exklusive Häuser.

Die Häusergruppe fällt ins Auge, denn die beiden oberen Etagen sind vollflächig verglast. Oberlichter im Flachdach tragen zusätzlich zur Durchlichtung des "Guckkastens" bei, wie der Karl Jankowski seine Idee selbst nennt. Der gläserne Aufsatz nimmt sich buchstäblich zurück, um zum Rhein und zur Hofseite einer umbauten Terrasse Raum zu lassen. Die kubische Öffnung ist Licht und Blickfang in einem. Schließlich wurden die Häuser für diesen Ausblick errichtet.

Der Kubus ist überhaupt die prägende Form dieser Stadthäuser. Dem Verlauf des Niehler Damms folgend, wurden die Bauten 2:1:2 gruppiert und rückwärtig versetzt. Das nördliche Hauspaar schließt an die Fluchtlinie der angrenzenden Bebauung an. Durch Rücksprung und Anordnung der Eingänge wird auch der obere Teil der beiden Doppelhäuser optisch zu einem Kubus zusammengefasst.

Die Türen sind leuchtend rot und auch an den Glastüren und Fenster der Loggien dienen rote Rahmen als Auflockerung. Die Zwillingsfenster der ersten Etage sind auf einem grauen Putzband aufgereiht, das die nur 5,50 Meter schmalen Fassaden verbindet. Rhythmisierung und farbliche Akzente zu weißem Putz unterstützen sich gegenseitig in ihrer lebendigen und einladenden Wirkung.

Die Häuser am Niehler Damm bieten 168 qm Wohnfläche, die sich über auf fünf teilversetzte Ebenen erstreckt. Küche und Wohnzimmer liegen ebenerdig aber auf unterschiedlichem Niveau. Der Versatz ergibt für den Wohnraum mit Zugang zum Garten eine lichte Raumhöhen von 3,20 Meter. Während das Obergeschoss nach Westen geschlossen ist, bietet sich zum Rhein hin das Studio über zwei Ebenen entweder als Atelierraum oder exklusiver Wohnraum an.

Neben der Hausnummer 197 führt ein gepflasterter abschüssiger Weg in den Hof. Die Häuser öffnen sich auf der Westseite durch eine Zwillingstür, analog zu den darüber liegenden Zwillingsfenstern, zum Garten.

Auf der rückwärtigen Fläche wurden weitere sechs Einfamilienhäusern gebaut, allerdings in konventionellerem Stil. Der Zusammenhang erschließt sich hauptsächlich über die Wegführung, denn die alte Hofanlage ist als Durchgang bewahrt geblieben. Auch der historische Baumbestand, ein Nussbaum und eine Winterlinde, auf deren Erhaltung der Architekt besonderen Wert gelegt hat, verbindet die Neubauten mit der ländlich-dörflichen Struktur des Stadtteils.

Es waren Einzelbauherren, die auf der Grundlage der Architektenpläne direkt mit dem Generalunternehmer Bauwens Verträge abgeschlossen haben. Karl Jankowski lobt nicht nur die Zusammenarbeit mit Bauherren und Generalunternehmer sondern auch das gute Klima zwischen allen Projektbeteiligten.

Mit einer Einschränkung und die gilt der Stadt: Die Offenheit bei der Gestaltung der Rheinpromenade fand leider bei den rückwärtigen Neubauten Grenzen. So zufrieden er mit der Rheinfront ist, für die sechs zur Sebastianstraße gelegenen Häuser hätte Jankowski ein höhere Firsthöhe und eine schlichtere Dachform bevorzugt.

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Objekt-Daten

Objektnrprojekt # 80
Baujahr2004
ArchitektJankowski Architekten Stadtplaner DWB
Auszeichnungen2006 - LBS-Wettbewerb „Stadthäuser und Stadtwohnungen – kostengünstig und qualitätsbewusst“ – 1.Preis
Fotos vonSigurd Steinprinz
 

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