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Bürogebäude und Showroom von kreon

In einer denkmalgeschützten Fabrik in Bayental entstand der showroom eines belgischen Leuchtenherstellers.
Foto: Soenne, Aachen


Industrie & Handel

Bürogebäude und Showroom von kreon


Brühler Straße 11-13
50968 Köln
Bayenthal

Ausgangspunkt für den Um- und Neubau war eine denkmalgeschützte Fabrikanlage im Süden von Köln. Eine graue sachliche Putzfassade an der Straße, ein aus den 50er Jahren stammender Treppenhausanbau und eine bordeauxrote Wand markieren mit sparsamen Mitteln den Eingang zum neuen Ensemble.

Von der Brühler Straße sind die Eingriffe in die bestehende Bausubstanz nur zu ahnen, sie erreicht man über einen neu entstandenen Innenhof: Rechts reduzierte Gegenwartsarchitektur die das Bauensemble komplettiert, links die umgenutzte Lagerhalle der ehemaligen Kupferschmiede aus dem 19. Jahrhundert.

Der dreigeschossige Klinkerbau mit seinen hohen Sprossenfenstern aus Guss im Zusammenspiel mit dem Neubau vermitteln ein historisches Ambiente ohne dabei historisierend zu wirken.

Verbindendes Element zwischen Alt- und Neubau ist ein von drei Seiten begrenzter Innenhof, der auch als Erschließungshof fungiert. Das Konzept Altes weitgehend zu belassen, Neues erkennbar und selbstverständlich hinzufügen, schafft insgesamt ein Ensemble, das es versteht den Innenhof atmosphärisch mit einzubeziehen.
Ansichten historischer Bausubstanz und maximale Einblicke in differenziert ausformulierte Gegenwartsarchitektur, Sonnensegel und Kieselpflaster vermitteln mediterane Stimmung.

Nach dem Wandel wird das Vorderhaus des Baudenkmal vom Kölner Kunstsalon genutzt. Der größte Teil der umgestalteten Lagerhalle und der reduzierte Neubau dienen den Lichtplanern kreon als Präsentations-und Planungsbüro. kreon zeichnet auch für den Innausbau des Gebäudes verantwortlich. Sie suchen im Kontext zwischen Alt und Neu die Auseinandersetzung mit gebauter Form und Licht.

Bewahrt wurde nicht nur die Proportion und Raumorganisation des Baudenkmals sondern weitgehend auch dessen Oberflächen.
In den Obergeschossen hat der Kölner Kunstsalon sein Domizil. Hier gibt es Raum für Tanz, Theater und Filmveranstaltungen, Ausstellungen und für Events wie z.B. "die passagen".


Seven boxes of light
Der belgischen Leuchtenherstellers kreon präsentiert im Erdgeschoss des Altbaus sein gesamtes Leuchtenspektrum. Sieben schlichte, elementierte weiße Räume - die "seven boxes of light" - ergeben zusammen einen großen Kubus. Die Box mit den sieben Demonstrationskammern steht frei im Erdgeschoss der 135 Jahre alten Kupferschmiede und experimentiert mit den Themen Haus im Haus und Licht und Schatten.

Der karge Hintergrund im Innern, die Altbausubstanz wurde schwarz gestrichen und mit großformatigen geschliffenen belgischen Granitplatten ausgelegt, kontrastiert mit den Einbauten. Der Kubus ist so positioniert, das er den Altbau in zwei Längsschiffe gliedert. Mit Tageslicht wird das Größere versorgt, das sich zum Hof hin orientiert. Der Kontrast zwischen den weißen zweigeschossigen Boxen mit den sie umgebenden vier Meter hohen schwarzen Klinkerwänden zeigt, dass Lichtstimmung sich nicht durch Lux ausdrücken lässt.
Planung und Vertrieb von kreon-vektron befinden sich im dreigeschossigen Neubau. Der schmale Gebäuderiegel ist eine Grenzbebauung und schließt an drei Seiten an den Bestand der Nachbargrundstücke an. Belichtet wird er zum Zwischenhof und durch Oberlichtbänder. Stahl, Glas und Beton sind die dominierenden Materialien des Neubaus, der sich über die Vollverglasung, Stahl-Glasfassade mit Holzöffnungsflügel, komplett zum Hof hin erschließt. Tragfunktion und Klimahülle sind in unterschiedliche filigrane Fassadenebenen aufgelöst.

Das massive Baudenkmal der Kupferschmiede spiegelt sich in der parallel stehenden, transparenten Glasfassade und verleiht den Büroräumen ebenfalls Showroom-Charakter.
Den Drittelspunkt der Fassade strukturiert und markiert ein Sichtbetonkubus, der innen wie außen durch Fugen freigestellt die interne Erschließung des Neubaus aufnimmt.
Durch genaue Rasterung und reduzierten Materialeinsatz (Sichtbeton, Stahl und Stahldrahtgewebe) wird auch im Innenraum Detailgenauigkeit erreicht.

Das Ordnungsprinzip der Architektur bildet den Hintergrund für die Lichtinzenierung und die Präsentation der Produkte.
Anregende Lichtstimmung ´deshalb auch im Bürotrakt: Hier wird die Produktionspalette in realer Anwendung demonstriert. Die primäre Absicht, Räume und Architektur zu inszenieren statt sie zu belichten, machen den Neubau gleichzeitig zu Arbeitsstätte und Referenzadresse.


Barbara Schlei
Juli 2003

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Objekt-Daten

Objektnrprojekt # 008
Baujahr1999
EigentümerAnne Bach-Jakob
BauherrAnne Bach-Jakobs
ArchitektProf. Horst Fischer, Aachen. Inneneinrichtung und Lichtkonzept kreon
Fotos vonSoenne, Aachen; Martin v. Byren, Köln; Tobias Pütz, Köln