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Haus Deyng

Klare formale Sachlichkeit und die Verwendung weniger, aber hochwertiger Materialien prägen das Bild des Baukörpers.
Foto: Jan Kraege



Wohnen

Haus Deyng


Robert-Seuffert-Straße 4
50939 Köln
Klettenberg

Realistischer Pragmatismus kennzeichnet die meisten Wohngebäude der fünfziger Jahre. Selten experimentierfreudig ging es vor allem um die Schaffung von solidem bezahlbarem Wohnraum. In der Regel sind Umbauten solcher Häuser ebenfalls geprägt von Vorsicht und Einfallslosigkeit. Und doch gibt es - wie bei jeder Regel - Ausnahmen. Im Kölner Stadtteil Klettenberg nahe des Klettenbergparks findet man ein solch erfreuliches Beispiel. Hier ist ein Umbau entstanden, der eine städtebauliche Alternative im ansonsten gesichtslosen Siedlungsbau dieser Zeit aufzeigt.

Haus Deyng steht in einer eben dieser Straßen, in der sich meist freistehende, von einem Garten umgebene Einzelbauten aneinander reihen; ein gleiches unter gleichen.

Zugeschnitten auf die individuellen Wohnvorstellungen der neuen Eigentümer wurde das Haus aus den fünfziger Jahren vollständig umgebaut, saniert und erweitert. Immer im Blick das wirtschaftlich Machbare, fand der Kölner Architekt Axel Steudel städtebauliche und räumliche Lösungen, in die auch seine persönliche Leidenschaft, die klare Formensprache der Moderne, einflossen.

In den Dimensionen hebt sich der Bau mit seinen zwei Geschossen plus Staffelgeschoss als abgestufte, differenzierte Bauskulptur von der Nachbarbebauung ab. Auch im Außenraum schafft das erfreulich klare Konzept verschiedene Raumsituationen durch Variationen bei den begrenzenden Einfriedungen, Material- und Höhenwechseln.

Linie und Viereck sind die prägenden Formen, hellbeige Putzflächen und heller Kalkstein die bestimmenden Farben des neuen Hauses. Zur Straßenseite gibt sich der kubische Baukörper weitgehend geschlossen. Nur der Einschnitt des Eingangs, der von der Ostseite zur Straßenseite verlegt wurde, öffnet das Haus innen wie außen zweigeschossig. Im Innern verbindet der Einschnitt Erd- und Obergeschoss mit einem Luftraum, belichtet Treppenlauf und Eingang und verhindert so das Gefühl der vormals vorhandenen räumlichen Enge.

Heller Kalkstein, flächenbündig eingesetzt, fungiert erkennbar als Sockelmotiv, variiert in der Höhe und fasst so die Eingänge von Haus und Garage zusammen. Das ehemalige Satteldach ist einem Staffelgeschoss mit umlaufender großzügiger Dachterrasse gewichen und erweitert die Wohnfläche um etwa ein Drittel.

Präzise und detailgetreu

Weiträumig zum Garten öffnet sich die Rückfassade des Hauses. Sie wurde um die schmale Raumschicht des ehemaligen Balkons erweitert und wechselweise geschlossen oder geöffnet. Austritte, Terrassen und Balkone bilden ein räumlich, verzahntes Zusammenspiel von Innen- und Außenraum.

Im Gegensatz zum äußeren Erscheinungsbild konnte die innere Raumaufteilung weitestgehend beibehalten werden. Angepasst an die neuen Bedürfnisse der dreiköpfigen Familie wurde die Belegung der einzelnen Räume jedoch verändert. Oberhalb der schmalen Passage des Eingangs öffnet sich die Diele zweigeschossig und erschließt direkt die Wohnräume, die sich über die gesamte Hausbreite erstrecken. Die ehemalige Küche ist einem separaten Arbeitszimmer gewichen. Das Staffelgeschoss, das neue Kinderdomizil des Hauses, bietet Platz für einen Wohn- und Schlafraum mit Küchenzeile und Bad. Sorgsamer Materialumgang und präzise Detailausbildung setzten sich auch im Innenraum fort.

Die spezifische innere Struktur des Hauses zeichnet sich in der Kubatur nach außen ab: Treppenhaus, Erschließung, Staffelgeschoss. Ein Umbau, der sich weder anpasst noch unterordnet, und doch keine Disharmonien aufkommen lässt.



Barbara Schlei
Mai 2005

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Objekt-Daten

Objektnrprojekt #075
Baujahr1958
2. Bauphase Baujahr2003
BauherrDeyng
ArchitektAxel Steudel
Fotos vonJan Kraege; Graphiken von Axel Steudel
ProjektpateDres. Hildegard u. Thomas Deyng
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