Ein Quader mit labyrinthischem Innenleben, des Kölner Architekten Professor Peter Kulka, schließt die Ecke von Dom- und Dagobertstraße. Der eigenwilligen Neubau setzt als Begrenzung des Straßenblocks einen modernen Akzent und einen ruhigen Schlusspunkt zugleich. Fotograf: Lukas Roth
Wohnen
Dagobertstraße
Dagobertstraße 26
50668 Köln
Innenstadt
50668 Köln
Innenstadt
Der Quader ist die dominante Form dieses Wohn- und Praxisgebäudes in der Kölner Altstadt. Der dunkel verklinkerte Block füllt die vierte Ecke einer Straßenkreuzung, wie sie heterogener kaum sein könnte. Der Neubau ist eingerahmt von Gründerzeitbauten und hat Nachbarn aus verschiedenen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Das Grundstück, das aufgrund seiner ungünstigen Ost-West-Ausrichtung lange Zeit brach lag, wurde 2000 bis 2004 bebaut.
Mit dem eigenwilligen Neubau hat Professor Peter Kulka die Ecke von Dom- und Dagobertstraße bündig geschlossen. Als Begrenzung des Straßenblocks setzt er einen modernen Akzent und einen ruhigen Schlusspunkt zugleich. Seinem gegenüberliegenden Pendant entsprechend springt das Erdgeschoss am Schnittpunkt der beiden Straßen zurück. In der dritten Etage wird die Ecksituation ein weiteres Mal betont, indem die massive Gebäudekante zugunsten eines übergreifenden Fensterbandes durchbrochen ist.
Stadtgrau mit Farbeffekten
Die Fassade zur Dagobertstraße ist völlig eben. Hier liegt der Hauptzugang zum Gebäude. Eine Reihe übereinander gesetzter Fenster sowie ein Oberlicht lassen Tageslicht in das repräsentative Treppenhaus, an das sich ein Aufzug anschließt. Im Kontrast zu dem gedeckten Anthrazit der quadratischen Fassadenklinker sind die Wände des Treppenhauses in frischem Gelb und Hellgrün gestaltet und leuchten nach draußen.
Das dunkle Grau fügt sich ein, integriert den Bau in das innerstädtische Straßenbild. Es korrespondiert mit dem Asphalt ebenso wie mit der dunklen Fassade des Doms. Zudem ist es praktisch weil schmutzresistent. Aus diesen Erwägungen gibt Kulka dunklen Fassaden den Vorzug vor dem zuweilen klinisch wirkenden Weiß moderner Wohnarchitektur. Damit es jedoch nicht düster oder traurig wirkt, versieht er die Aufschnitte seines Gebäudes mit Silberblech oder farbigen Wandflächen und hebt sie damit in doppelter Weise hervor.
An der Domstraße befindet sich der Zugang zu einem zweiten Treppenhaus. Es führt zu den als Praxen geplanten Einheiten der ersten Etage, die zur Zeit als Wohnraum genutzt werden. Zwei Einfahrten, jeweils an der Domstraße und an der Dagobertstraße, erschließen den vier Mietern den Komfort von insgesamt acht PKW-Stellplätzen.
Ein schwebender Vorbau fängt Blicke und gibt sie frei
Im Gegensatz zu der zurückhaltenden Nordseite, tritt das Gebäude zur Domstraße plastisch hervor. Als Blickfang dient ein containerartiger Aufbau, der die Fassade der vierten Etage durchbricht und zweigeschossig in den Straßenraum hineinragt. Er öffnet sich nach Süden mit einer großzügigen Fensterfront, deren Gliederung das Raster seiner Silberblechummantelung wieder aufnimmt. In seinem Inneren thront man geradezu über der Domstraße und hat einen buchstäblich herausragenden Blick auf die Nordseite der Kathedrale.
Mit der gleichen Dramatik, mit der dieser Vorbau nach außen drängt, springt unmittelbar daneben die Fassade zurück. Ein tiefer Einschnitt bis hinunter zur zweiten Etage lässt in die oberen Geschosse südliches Tageslicht einfallen. Der so geschaffenen Abstand zur Nachbarbebauung dient als Terrasse, deren rückwärtige Begrenzung - eine Wandfläche in strahlendem Orange - das Licht fängt und reflektiert. Auf diesem Gebäudeteil liegt ein Dachgarten, der von der vierten Etage aus zugänglich ist.
Mit dem eigenwilligen Neubau hat Professor Peter Kulka die Ecke von Dom- und Dagobertstraße bündig geschlossen. Als Begrenzung des Straßenblocks setzt er einen modernen Akzent und einen ruhigen Schlusspunkt zugleich. Seinem gegenüberliegenden Pendant entsprechend springt das Erdgeschoss am Schnittpunkt der beiden Straßen zurück. In der dritten Etage wird die Ecksituation ein weiteres Mal betont, indem die massive Gebäudekante zugunsten eines übergreifenden Fensterbandes durchbrochen ist.
Stadtgrau mit Farbeffekten
Die Fassade zur Dagobertstraße ist völlig eben. Hier liegt der Hauptzugang zum Gebäude. Eine Reihe übereinander gesetzter Fenster sowie ein Oberlicht lassen Tageslicht in das repräsentative Treppenhaus, an das sich ein Aufzug anschließt. Im Kontrast zu dem gedeckten Anthrazit der quadratischen Fassadenklinker sind die Wände des Treppenhauses in frischem Gelb und Hellgrün gestaltet und leuchten nach draußen.
Das dunkle Grau fügt sich ein, integriert den Bau in das innerstädtische Straßenbild. Es korrespondiert mit dem Asphalt ebenso wie mit der dunklen Fassade des Doms. Zudem ist es praktisch weil schmutzresistent. Aus diesen Erwägungen gibt Kulka dunklen Fassaden den Vorzug vor dem zuweilen klinisch wirkenden Weiß moderner Wohnarchitektur. Damit es jedoch nicht düster oder traurig wirkt, versieht er die Aufschnitte seines Gebäudes mit Silberblech oder farbigen Wandflächen und hebt sie damit in doppelter Weise hervor.
An der Domstraße befindet sich der Zugang zu einem zweiten Treppenhaus. Es führt zu den als Praxen geplanten Einheiten der ersten Etage, die zur Zeit als Wohnraum genutzt werden. Zwei Einfahrten, jeweils an der Domstraße und an der Dagobertstraße, erschließen den vier Mietern den Komfort von insgesamt acht PKW-Stellplätzen.
Ein schwebender Vorbau fängt Blicke und gibt sie frei
Im Gegensatz zu der zurückhaltenden Nordseite, tritt das Gebäude zur Domstraße plastisch hervor. Als Blickfang dient ein containerartiger Aufbau, der die Fassade der vierten Etage durchbricht und zweigeschossig in den Straßenraum hineinragt. Er öffnet sich nach Süden mit einer großzügigen Fensterfront, deren Gliederung das Raster seiner Silberblechummantelung wieder aufnimmt. In seinem Inneren thront man geradezu über der Domstraße und hat einen buchstäblich herausragenden Blick auf die Nordseite der Kathedrale.
Mit der gleichen Dramatik, mit der dieser Vorbau nach außen drängt, springt unmittelbar daneben die Fassade zurück. Ein tiefer Einschnitt bis hinunter zur zweiten Etage lässt in die oberen Geschosse südliches Tageslicht einfallen. Der so geschaffenen Abstand zur Nachbarbebauung dient als Terrasse, deren rückwärtige Begrenzung - eine Wandfläche in strahlendem Orange - das Licht fängt und reflektiert. Auf diesem Gebäudeteil liegt ein Dachgarten, der von der vierten Etage aus zugänglich ist.
Den Lichteinfall zu organisieren stellte die besondere Herausforderung dieses Gebäudes dar, denn neben der Ausrichtung schuf auch die Nachbarbebauung ungünstige Voraussetzungen. Kulka reagierte auf die Situation mit einer Verschachtelung der Nutzeinheiten, die sich über ein oder mehrere Etagen erstrecken.
Der Grundriss der vierten Etage, die außer der zentralen Erschließung noch zwei Treppenanlagen aufweist, veranschaulicht das Prinzip. Die unregelmäßig angeordneten Einschnitte des Baukörpers folgen seiner inneren Struktur. Es ist ein Spiel mit lichtspendenden Einschnitten, mit Ebenen und Treppen, das Peter Kulka hier treibt - geradezu labyrinthisch. "Ein bisschen wie bei Piranesi." – findet der Meister selbst.
Die skulpturale Wirkung des Gebäudes mit seiner Sichtbeziehung zum Dom fand nicht nur Befürworter. Peter Kulka erinnert sich, wie sich seinerzeit Marie Hüllenkremer als Kulturdezernentin für sein Gebäudekonzept stark gemacht hat und eine Verwirklichung erst ermöglichte. Und zwar gegen der Meinung von hiesigen Denkmalschützern.
Der eigenwillige Bau soll kein Solitär bleiben. Das benachbarte Gelände zwischen Domstraße und Nord-Süd-Fahrt, früher Sitz der Afri-Cola GmbH, wird einer neuen Nutzung zugeführt. Auch der gegenüberliegende Ziegelbau der Firma REWE soll einer Neubebauung weichen.
Peter Kulka plant für das Areal ein neues Stadtquartier, das den Standort "hinter dem Haubtbahnhof" weiter aufwertet. Dort sollen Merkmale des Gebäudes Dagobertstraße 26 aufgegriffen und weitergeführt werden. Flächen mit Anthrazitklinkern bekommen in der Gesamtplanung ebenso ihren Platz wie plastisch durchgebildete Baukörper. Auf diese Weise will Kulka patchworkartig moderne Formen in das heterogene Stadtgefüge einarbeiten und durch wiederkehrende Elemente und Motive eine neue Einheit schaffen.
Petra Metzger
April 2005
Der Grundriss der vierten Etage, die außer der zentralen Erschließung noch zwei Treppenanlagen aufweist, veranschaulicht das Prinzip. Die unregelmäßig angeordneten Einschnitte des Baukörpers folgen seiner inneren Struktur. Es ist ein Spiel mit lichtspendenden Einschnitten, mit Ebenen und Treppen, das Peter Kulka hier treibt - geradezu labyrinthisch. "Ein bisschen wie bei Piranesi." – findet der Meister selbst.
Die skulpturale Wirkung des Gebäudes mit seiner Sichtbeziehung zum Dom fand nicht nur Befürworter. Peter Kulka erinnert sich, wie sich seinerzeit Marie Hüllenkremer als Kulturdezernentin für sein Gebäudekonzept stark gemacht hat und eine Verwirklichung erst ermöglichte. Und zwar gegen der Meinung von hiesigen Denkmalschützern.
Der eigenwillige Bau soll kein Solitär bleiben. Das benachbarte Gelände zwischen Domstraße und Nord-Süd-Fahrt, früher Sitz der Afri-Cola GmbH, wird einer neuen Nutzung zugeführt. Auch der gegenüberliegende Ziegelbau der Firma REWE soll einer Neubebauung weichen.
Peter Kulka plant für das Areal ein neues Stadtquartier, das den Standort "hinter dem Haubtbahnhof" weiter aufwertet. Dort sollen Merkmale des Gebäudes Dagobertstraße 26 aufgegriffen und weitergeführt werden. Flächen mit Anthrazitklinkern bekommen in der Gesamtplanung ebenso ihren Platz wie plastisch durchgebildete Baukörper. Auf diese Weise will Kulka patchworkartig moderne Formen in das heterogene Stadtgefüge einarbeiten und durch wiederkehrende Elemente und Motive eine neue Einheit schaffen.
Petra Metzger
April 2005
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Objekt-Daten
| Objektnr | projekt # 073 |
| Baujahr | 2000 - 2004 |
| Bauherr | Privat |
| Architekt | Prof. Peter Kulka, Köln |
| Auszeichnungen | * 2006 - Kölner Architekturpreis, Anerkennung * 2006 - "Lückenschluss", 2. Platz |
| Fotos von | Lukas Roth |
| Projektpate | Prof. Peter Kulka, Köln |
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