Im Querriegel zur Straße hin ist der ehemalige Bunker kaum noch auszumachen.Foto: Constantin Meyer
Wohnen
NippesLoft
Werkstattstraße 9
50733 Köln
Nippes
50733 Köln
Nippes
Es waren der Blick vom Dach, die angenehm ruhige Lage und das Flair des Stadtteils Nippes, die dem Bauherrn Jean-Paul Hohr die Vision von großzügigen Loftwohnungen im Luftschutzbunker an der Werkstattstraße vor Augen treten ließen. Gemeinsam mit dem Ehrenfelder Architekten Thomas Luczak, der seine persönliche Leidenschaft einbrachte, die Harmonisierung von Wohnen und Arbeiten, entstand das Projekt NippesLoft. Gegen die Skepsis der Immobilienmakler, die nicht an die Vermarktbarkeit glaubten, setzte der Bauherr seine extravaganten Wohnvisionen durch und behielt letztlich recht. Der wohnliche Bunker fand seine Interessenten.
Den rückwärtigen, südlichen Trakt der zweigliedrigen Anlage bildet der Hauptteil des Bunkers mit dem früheren Flakturm. Nach Norden wurde ein Querriegel angefügt, dessen Erdgeschoss sich zur Straße öffnet. Ein Sockelband aus verschieden glasierten Klinkern leitet von einem zum anderen Bauteil über.
Von der Werkstattstraße aus ist der Bunker kaum noch zu entdecken. Man findet mit Hilfe des Grundrisses Wandstücke im Durchgang, ebenfalls mit Ziegelmosaik verblendet. Der aufgebrochene Gigant ist nicht länger ungeliebter Fremdkörper im Straßenbild sondern fügt sich geradezu unmerklich in das Wohnviertel ein.
Den rückwärtigen, südlichen Trakt der zweigliedrigen Anlage bildet der Hauptteil des Bunkers mit dem früheren Flakturm. Nach Norden wurde ein Querriegel angefügt, dessen Erdgeschoss sich zur Straße öffnet. Ein Sockelband aus verschieden glasierten Klinkern leitet von einem zum anderen Bauteil über.
Von der Werkstattstraße aus ist der Bunker kaum noch zu entdecken. Man findet mit Hilfe des Grundrisses Wandstücke im Durchgang, ebenfalls mit Ziegelmosaik verblendet. Der aufgebrochene Gigant ist nicht länger ungeliebter Fremdkörper im Straßenbild sondern fügt sich geradezu unmerklich in das Wohnviertel ein.
1942 wurde angrenzend an das Ausbesserungswerk in Köln Nippes, ein zweigeschossiger Luftschutzbunker für über 1000 Menschen errichtet. Nach Kriegsende diente er Obdachlosen als Notquartier; später als Warenlager. 2002 erwarb die Firma Hohr Immobilien den Hochbunker an der Werkstattstraße.
Für die Umnutzung mussten sämtliche Öffnungen mit Diamantseilsägen aus den bis zu 1,40 Meter breiten Betonwänden ausgesägt, dann in handliche Quader zerteilt und abtransportiert werden. Außen- und Innenwandabbruch ergaben zusammen eine Gesamtmenge 3.500 Tonnen Stahlbeton, die vor der eigentlichen Bauphase entfernt werden mussten. Das entspricht – wie Bauherr Jean-Paul Hohr in seiner Rede zum Richtfest anschaulich umrechnete – dem Gewicht von 583 ausgewachsenen afrikanischen Elefanten.
Die Länge des Bunkers ergab fünf Nutzungseinheiten unterschiedlicher Größe, deren Raumkonzepte maßgeblich nach den Vorstellungen der Eigentümer entstanden. Jedes Haus hat eine großzügige Glasfront zum Garten. Bei den vier größeren mündet diese in einen glasgedeckten Dachausschnitt, dessen Lichteinfall den Loftcharakter betont.
Für die Umnutzung mussten sämtliche Öffnungen mit Diamantseilsägen aus den bis zu 1,40 Meter breiten Betonwänden ausgesägt, dann in handliche Quader zerteilt und abtransportiert werden. Außen- und Innenwandabbruch ergaben zusammen eine Gesamtmenge 3.500 Tonnen Stahlbeton, die vor der eigentlichen Bauphase entfernt werden mussten. Das entspricht – wie Bauherr Jean-Paul Hohr in seiner Rede zum Richtfest anschaulich umrechnete – dem Gewicht von 583 ausgewachsenen afrikanischen Elefanten.
Die Länge des Bunkers ergab fünf Nutzungseinheiten unterschiedlicher Größe, deren Raumkonzepte maßgeblich nach den Vorstellungen der Eigentümer entstanden. Jedes Haus hat eine großzügige Glasfront zum Garten. Bei den vier größeren mündet diese in einen glasgedeckten Dachausschnitt, dessen Lichteinfall den Loftcharakter betont.
Die Begrenzung der Wohneinheiten durch Wände von über einen Meter Durchmesser erfreut die Nutzer durch optimalen Schallschutz und ein ausgeglichenes Klima. In den meisten Fällen kam man mit den Eigentümern zu der Übereinkunft, die Bunkerwände in Teilen unverputzt und frei sichtbar zu belassen.
In den 17 Wohneinheiten des Projekts NippesLoft gehen der Sichtbeton des letzten Krieges sowie hölzerne Türen, Parkettböden Fenstern eine zugleich eigenwillige und wohnliche Verbindung ein – ob auf 71 Quadratmetern – wie in der kleinsten Einheit, oder den 234 Quadratmetern der größten.
Im Querbau verweist die Anordnung der Fensterflächen zur Werkstattstraße auf die unterschiedliche Innenaufteilungen. Die Nutzeinheiten sind über zwei, sogar über drei Ebenen verteilt und lassen damit das Raumgefühl einer klassischen Etagenwohnung weit hinter sich.
Alle Wohnungen haben Glasschiebetüren, die zu ebenerdigen oder großzügigen Dachgärten führen. Der Architekt Luzcak sieht in ihnen zwei- bis dreigeschossige gestapelte Häuser, die Praxis- oder Büro-, Archiv oder Werkstatt und Wohnräume verbinden. Auch hier zählt Individualität, denn kein Grundriss wurde zweimal verwendet. Eine Tiefgarage rundet das Angebot ab.
In den 17 Wohneinheiten des Projekts NippesLoft gehen der Sichtbeton des letzten Krieges sowie hölzerne Türen, Parkettböden Fenstern eine zugleich eigenwillige und wohnliche Verbindung ein – ob auf 71 Quadratmetern – wie in der kleinsten Einheit, oder den 234 Quadratmetern der größten.
Im Querbau verweist die Anordnung der Fensterflächen zur Werkstattstraße auf die unterschiedliche Innenaufteilungen. Die Nutzeinheiten sind über zwei, sogar über drei Ebenen verteilt und lassen damit das Raumgefühl einer klassischen Etagenwohnung weit hinter sich.
Alle Wohnungen haben Glasschiebetüren, die zu ebenerdigen oder großzügigen Dachgärten führen. Der Architekt Luzcak sieht in ihnen zwei- bis dreigeschossige gestapelte Häuser, die Praxis- oder Büro-, Archiv oder Werkstatt und Wohnräume verbinden. Auch hier zählt Individualität, denn kein Grundriss wurde zweimal verwendet. Eine Tiefgarage rundet das Angebot ab.
Über die Treppenanlage des Vorderhauses gelangt man auf das frühere Bunkerdach, auf das ein Penthouse aufgesetzt wurde. Es ist soweit zurückgesetzt, dass es den Lichteinfall der unteren Nachbarn nicht stört. Mit seinen verkleideten Außenmauern wirkt es wie ein hölzernes Schmuckkästchen.
Das Penthouse umfasst 150 Quadratmeter Wohnfläche und zwei Dachgärten, wovon einer von den Wänden des früheren Flakturms gebildet wird und vollkommen uneinsehbar ist. Neben diesem besonderen Ort belohnt vor allem der Blick auf Nippes für den Aufstieg.
Von hier oben kann man zudem die ungewöhnliche Dachlösung des vorderen Querriegels betrachten: Eine zweigeschossige geöffnete Tonne. Von der Straße aus tritt die Dachrundung kaum in Erscheinung. Erst auf der Südseite entfaltet sich ihr besonderer Reiz. Große Schiebetüren führen auf Dachgärten und doppelstockige Wohnräume verleihen diesem Neubau den begehrten Loftcharakter.
Petra Metzger
September 2004
Das Penthouse umfasst 150 Quadratmeter Wohnfläche und zwei Dachgärten, wovon einer von den Wänden des früheren Flakturms gebildet wird und vollkommen uneinsehbar ist. Neben diesem besonderen Ort belohnt vor allem der Blick auf Nippes für den Aufstieg.
Von hier oben kann man zudem die ungewöhnliche Dachlösung des vorderen Querriegels betrachten: Eine zweigeschossige geöffnete Tonne. Von der Straße aus tritt die Dachrundung kaum in Erscheinung. Erst auf der Südseite entfaltet sich ihr besonderer Reiz. Große Schiebetüren führen auf Dachgärten und doppelstockige Wohnräume verleihen diesem Neubau den begehrten Loftcharakter.
Petra Metzger
September 2004
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Objekt-Daten
| Objektnr | projekt # 069 |
| Baujahr | 2002-2004 |
| Eigentümer | Privat |
| Bauherr | Hohr Immobilien |
| Architekt | Luczak Architekten |
| Auszeichnungen | * 2004 - Innovationspreis Wohnungsbau des Landes NRW, Anerkennung * 2005 - Auszeichnung vorbildlicher Bauten des Landes Nordrhein-Westfalen * 2005 - Deutscher Bauherrenpreis für Modernisierung - "Hohe Qualität – Tragbare Kosten" * 2006 - Belobigung beim LBS-Wettbewerb "Stadthäuser und Stadtwohnungen – kostengünstig und qualitätsbewusst" * 2008 - Auszeichnung "NRW wohnt. Wohnen an ungewöhnlichen Orten." |
| Fotos von | Constantin Meyer; Thomas Luczak; Graphik von Luczak Architekten |
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