Der eigentliche Kirchenraum hat den Grundriss eines Viertelkreises. Ein Rundbau - einer der ursprünglichsten Bautypen - verkörpert einprägsam die Idee des christlichen Miteinanders. Foto: Andrea Seppi
Kirchliche Bauten
Pauluskirche
Houdainer Straße 32
51143 Köln
Porz
51143 Köln
Porz
Die Aufgabe klang ganz einfach: Anbau eines unauffälligen, protestantischen Kirchenzentrums an ein bestehendes Kindergartengebäude mit roter Industrieklinkerfassade und klassischem Satteldach.
Die Architekten um Johannes Kister ignorierten die Vorgaben weitgehend und gewannen so im Jahre 1997 den eingeladenen Wettbewerb souverän. Sie verwirklichten einen Baukörper, wie er archaischer kaum sein kann: ein rundes Gebäude verkörpert die Idee des "christlichen Miteinanders" und verleiht dem am Ortsrand gelegenen, mit dem Kindergarten geteilten Grundstück zugleich Bedeutung.
Mit seiner dunkelbraun-rauhen Fassade wirkt der im Herbst 2003 geweihte Rundbau zunächst wie ein überdimensionierter, abweisender Baumstumpf in flacher Landschaft. Doch wo vor dem Haupteingang des 1,3 Mio. € teuren, vom Pfarrer liebevoll "Kinderkapelle" genannten Zentrums, der Spargel wächst, soll durch den Ausbau der Straßenbahnlinie 7 in Richtung Langel und die Ausweisung als Bauland eines Tages urbanes Leben einziehen.
Bis allerdings der Landbesitzer seinen Acker einer Bebauung mit Trasse und Einfamilienhäusern zuführt, dürfte noch einige Zeit vergehen - die zuvor schon einmal verlegten Gleise wurden aufgrund eines Rechtsstreites vorerst wieder entfernt.
Die Architekten um Johannes Kister ignorierten die Vorgaben weitgehend und gewannen so im Jahre 1997 den eingeladenen Wettbewerb souverän. Sie verwirklichten einen Baukörper, wie er archaischer kaum sein kann: ein rundes Gebäude verkörpert die Idee des "christlichen Miteinanders" und verleiht dem am Ortsrand gelegenen, mit dem Kindergarten geteilten Grundstück zugleich Bedeutung.
Mit seiner dunkelbraun-rauhen Fassade wirkt der im Herbst 2003 geweihte Rundbau zunächst wie ein überdimensionierter, abweisender Baumstumpf in flacher Landschaft. Doch wo vor dem Haupteingang des 1,3 Mio. € teuren, vom Pfarrer liebevoll "Kinderkapelle" genannten Zentrums, der Spargel wächst, soll durch den Ausbau der Straßenbahnlinie 7 in Richtung Langel und die Ausweisung als Bauland eines Tages urbanes Leben einziehen.
Bis allerdings der Landbesitzer seinen Acker einer Bebauung mit Trasse und Einfamilienhäusern zuführt, dürfte noch einige Zeit vergehen - die zuvor schon einmal verlegten Gleise wurden aufgrund eines Rechtsstreites vorerst wieder entfernt.
Eine allzu abgeschlossene Wirkung der kreisrunden Außenhaut des Gemeindezentrums selbst milderten die Architekten wirksam durch drei bauliche Eingriffe.
Zum einen führt der westliche Gebäudeteil die Kubatur des Kindergartengebäudes zunächst fort und übernimmt mit seiner horizontal gegliederten Zinkblechhaut die Funktion eines sogenannten "Pufferelementes".
Zum anderen wird durch den großen Fassadenausschnitt an der Frontseite ein Eingangshof ausgebildet, der großzügige Einblicke in das Foyer ermöglicht und den Besucher so in das Gebäude hineinzieht.
Durch das herausgedrehte Segment der Außenwand schließlich strömt nicht nur zusätzliches Licht ins Innere des Gebäudes, auch soll so die über den Menschen hinaus gehende, göttliche Welt thematisiert werden.
Im Kircheninnenraum fungiert diese viertelkreisförmige Wand zugleich als Hintergund der vor ihr stattfindenden zeremoniellen Handlungen für die bis zu 80 Gottesdienstbesucher. Weiteren 220 Gläubigen bietet ein im hinteren Bereich des Kirchenraumes befindlicher, mittels Faltwänden zuschaltbarer Raum Platz. Die durch drehbare Glaswände abgetrennte Empore schließlich gestattet bei geöffneten Gläsern die Einbindung von Orchester oder Chor - bei geschlossenen Gläsern kann eine Idee aus freikirchlichen Gemeinden umgesetzt werden: Eltern-Kind-Gruppen nehmen hier per Lautsprecher am Gottesdienst teil.
Zum einen führt der westliche Gebäudeteil die Kubatur des Kindergartengebäudes zunächst fort und übernimmt mit seiner horizontal gegliederten Zinkblechhaut die Funktion eines sogenannten "Pufferelementes".
Zum anderen wird durch den großen Fassadenausschnitt an der Frontseite ein Eingangshof ausgebildet, der großzügige Einblicke in das Foyer ermöglicht und den Besucher so in das Gebäude hineinzieht.
Durch das herausgedrehte Segment der Außenwand schließlich strömt nicht nur zusätzliches Licht ins Innere des Gebäudes, auch soll so die über den Menschen hinaus gehende, göttliche Welt thematisiert werden.
Im Kircheninnenraum fungiert diese viertelkreisförmige Wand zugleich als Hintergund der vor ihr stattfindenden zeremoniellen Handlungen für die bis zu 80 Gottesdienstbesucher. Weiteren 220 Gläubigen bietet ein im hinteren Bereich des Kirchenraumes befindlicher, mittels Faltwänden zuschaltbarer Raum Platz. Die durch drehbare Glaswände abgetrennte Empore schließlich gestattet bei geöffneten Gläsern die Einbindung von Orchester oder Chor - bei geschlossenen Gläsern kann eine Idee aus freikirchlichen Gemeinden umgesetzt werden: Eltern-Kind-Gruppen nehmen hier per Lautsprecher am Gottesdienst teil.
Entschieden sich die Architekten in den eher funktionalen Räumen wie Küchen, Besprechnungszimmern und Gruppenräumen für lebendige Farben bei Türen und Einbaumöbeln, so thematisierten sie im Kirchenraum die Farbe "Weiß". Hölzerne Wände, Böden und Möbel, darunter auch die eigens entworfene Bestuhlung, wurden entweder gekälkt, lasiert oder geräuchert und erhielten so einen weißen "Überzug".
Auch die zumeist aus gekälktem Holz bestehenden Prinzipalstücke ordnen sich so in das Gesamtkonzept ein. Auf einer Ebene aus weiß eingefärbtem Beton angeordnet, ist der Standort von Altar, Taufstein und Ambo zwar individuell veränderbar, aber die ursprünglich vorgesehene Stelle wird durch aufgerauhten Beton deutlich markiert. "Flexibel und doch unverrückbar, weil es zeichenhaft verankert ist an einem bestimmten Ort, ist das verbindende Prinzip". Die in protestantischen Kirchen eigentlich nicht vorgesehene Sitzbank des Pfarrers und das Kreuzpostament hingegen bleiben unbeweglich.
Frei vor der gebogenen Wand angeordnet, zur Altarachse leicht verdreht und dadurch vom Pfarrer nicht zu verdecken, ist das Kreuz nicht leicht als solches erkennbar. Vom Architekten Johannes Kister selbst entworfen, folgt seine künstlerische Ausgestaltung dem 1.Brief Paulus´an die Korinther: "Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie und sind alle mit einem Geist getränkt...". Eingeschnitten in einen Körper mit Ecken und Kanten "bilden viele Glieder den Raum"; erst durch Schatten wird das Kreuz sichtbar und verdeutlicht so den Entwurfsansatz der Architekten für die Pauluskirche im Kleinen.
Ulrich Grützner
März 2004
Auch die zumeist aus gekälktem Holz bestehenden Prinzipalstücke ordnen sich so in das Gesamtkonzept ein. Auf einer Ebene aus weiß eingefärbtem Beton angeordnet, ist der Standort von Altar, Taufstein und Ambo zwar individuell veränderbar, aber die ursprünglich vorgesehene Stelle wird durch aufgerauhten Beton deutlich markiert. "Flexibel und doch unverrückbar, weil es zeichenhaft verankert ist an einem bestimmten Ort, ist das verbindende Prinzip". Die in protestantischen Kirchen eigentlich nicht vorgesehene Sitzbank des Pfarrers und das Kreuzpostament hingegen bleiben unbeweglich.
Frei vor der gebogenen Wand angeordnet, zur Altarachse leicht verdreht und dadurch vom Pfarrer nicht zu verdecken, ist das Kreuz nicht leicht als solches erkennbar. Vom Architekten Johannes Kister selbst entworfen, folgt seine künstlerische Ausgestaltung dem 1.Brief Paulus´an die Korinther: "Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie und sind alle mit einem Geist getränkt...". Eingeschnitten in einen Körper mit Ecken und Kanten "bilden viele Glieder den Raum"; erst durch Schatten wird das Kreuz sichtbar und verdeutlicht so den Entwurfsansatz der Architekten für die Pauluskirche im Kleinen.
Ulrich Grützner
März 2004
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