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Harald Neven DuMont Studentenhaus

Studentenwohnhaus am Sudermannplatz
Foto: Dorothea Heiermann


Wohnen

Harald Neven DuMont Studentenhaus


Sudermannplatz
50670 Köln
Innenstadt

Das Studentenwohnhaus schließt die Ostseite des Sudermannplatzes. Fünf Straßen gehen sternförmig von dem inzwischen verkehrsberuhigten Platz ab. Josef Stübben, der Planer der Kölner Neustadt, hatte eine Vorliebe für dieses städtebauliche Motiv.

Mit dem Neubau wurde die Verbindung zwischen Aquino- und Schillingstraße für den PKW-Verkehr geschlossen und so eine vergrößerte Kommunikationsfläche für die Anwohner gewonnen, die zweimal wöchentlich als Marktplatz genutzt wird.

Auf der Westseite grenzt der Neubau an die ehemalige Hauptfeuerwache. Um einen Hof gruppieren sich Mannschaftshaus, Funkleitzentrale und ein Neubau. Dem Verein "Bürgerzentrum Alte Feuerwache" e.V. (BAF) ist es zu verdanken, dass die Anlage nach dem Auszug der Feuerwehr erhalten geblieben ist. Ein Wandbild auf der Brandmauer zum Sudermannplatz aus dem Jahr 1980 steht für den Kampf gegen den von der Stadt geplanten Abriss.

Das Wohnheim bietet eine ausgezeichnete Verkehrsanbindung. Der Hauptbahnhof ist zu Fuß erreichbar. Nur wenige Meter entfernt liegen der Ebertplatz - ein Knotenpunkt des Kölner Straßenbahnnetzes - und der S-Bahnhof Hansaring.

Es handelt sich um einen fünfgeschossigen Bau, wobei die oberste Etage als Staffelgeschoss zurückspringt und hauptsächlich durch ein vorkragendes Dach in Erscheinung tritt. Die streng gegliederte Fassade steht durch die Verwendung von Ziegelmauerwerk in Verbindung mit der Nachbarbebauung.

Das Erdgeschoss ist zur gewerblichen Nutzung ausgelegt; man findet hier einen gastronomischen Betrieb und eine Postfiliale. Stahlstützen bilden den drei Meter tiefen Gang vor der Schaufensterzone. Er dient teilweise der Außengastronomie und stellt einen Zwischenschritt zwischen Innen- und Außenraum dar. Dieses Motiv greifen die Loggien auf, die die Gebäudekanten akzentuieren.

Im nördlichen Flügel liegt die Zufahrt zur Garage. Auf zwei Tiefebenen wurden 68 PKW Stellplätze geschaffen. Auch eine Stattauto-Station befindet sich hier. Auf der Südseite führt ein Gang in den Hof. Die Rückansicht wird durch Laubengänge bestimmt. Der Abstand zur Brandmauer der Feuerwache nimmt Rücksicht auf das geschützte Fassadengemälde, das auch durch das verglaste Treppenhaus zu sehen ist.

Die Stiftungsgelder wurden dem Kostenrahmen des Sozialen Wohnungsbaus entsprechend verbaut. Insgesamt entstanden hier 112 Studentenzimmer, die zu Wohneinheiten von 58 bis 97 qm zusammengefasst sind. Sie sind mit Fußbodenheizung ausgestattet. Der gemeinsam genutzte Raum ist jeweils die Küche. Die Wohnungen wurden so angeordnet, dass jede Gemeinschaftsküche direkt ins Freie führt, nämlich auf eine Loggia, die Dachterrasse oder einen Laubengang.
Je nach Stellung der verschiebbaren Fensterläden, sind die roten Putzflächen neben den zweigeteilten Fenstertüren zu sehen oder mit Lamellen kaschiert. Die rostrote Farbe taucht auch an den Gewänden der Loggien und den Stahlstützen auf.

Farbe und Form stehen in einem spannungsvollen Verhältnis. Der besondere Reiz liegt in der eigentümlichen Gleichzeitigkeit von Determination und Variation: Hier die Strenge des Fassadenschemas, dort das zufällige Aufblitzen der roten Wandflächen.

Durch seine klassisch zurückhaltende Gestaltung fügt sich das Studentenwohnheim in die Stadtteilstruktur ein. Der Kolonadengang schafft die Verbindung zur verkehrsberuhigten Treff- und Ruhezone des Sudermannplatzes. Backsteinmauerwerk und die beiden Flügelbauten leiten zum denkmalgeschützten Ensemble der Alten Feuerwache über. Fazit: Schaller, der sein Büro selbst im Agnesviertel unterhält, gelingt in dem Neubau die stimmige Fortführung von Vorhandenem in zeitgemäßer Form.

Petra Metzger
September 2003

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Objekt-Daten

Objektnrprojekt # 053
BaujahrFertigstellung 1997
BauherrStudentenwohnungen Sudermannplatz GbR
ArchitektSchaller/Theodor Architekt BDA
Fotos vonDorothea Heiermann