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Sozialer Wohnungsbau in der Körnerstraße

Der soziale Wohnungsbau besteht aus drei miteinander verbundenen Baukörpern, die direkt an die Brandmauer des Hauses Körnerstraße 85 anschließen.
Foto: Jens Willebrand


Wohnen

Sozialer Wohnungsbau in der Körnerstraße


Körnerstraße 91-93
50823 Köln
Ehrenfeld

Die Stadt Köln lobte 1995 einen Architekten-und Investorenwettbewerb für die Bebauung des Grundstücks Körnerstraße 91-93 in Köln-Ehrenfeld aus. Auf dem engen Grundstück sollten ein sozialer Wohnungsbau und eine Kindertagesstätte entstehen. In dem mit dem ersten Preis gekrönten Entwurf sah das Kölner Büro Gatermann + Schossig eine Plazierung des Wohnungsbaus an der Körnerstraße und der KITA freistehend im Innenbereich des Blocks vor.

Ein öffentlicher Durchgang ermöglicht den Zugang zur KITA und weiteren Spielplätzen sowie die Erschließung des Wohnhauses über die Hofseite. Die Aufteilung der Gebäude, insbesondere die Freistellung der KITA im Innenbereich reagiert auch auf die schwierigen Besonnungsverhältnisse des Grundstücks. Im April 1999 konnte der Komplex nach kurzer Bauphase fertiggestellt werden. 2000 erhielten die Architekten den Kölner Architekturpreis für das Ensemble.

Der soziale Wohnungsbau besteht aus drei miteinander verbundenen Baukörpern, die direkt an die Brandmauer des Hauses Körnerstraße 85 anschließen. Der viergeschossige Zentralbau wurde mit zwei weitere niedrigeren Gebäudeteilen verbunden. Das Tragwerk des Gebäudes ist eine Betonfertigteilkonstruktion, bestehend aus Wandschotten und Elementdecken. Diese Struktur ermöglicht eine flexible Aufteilung des Wohnraums, wegweisend auch für ähnliche Bauprojekte an anderen Orten.



Weiter Projekte von Gatermann + Schossig Architekten:
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Für die Aufteilung der Wohnungen und die Organisation des Innenraums forderte der Wettbewerb ein flexibles System, das auf die individuellen Bedürfnisse des Bewohner reagiert. Platz und damit Kosten konnten durch die Konzeption eines sogenannten "Allraums" für Kochen, Essen, Spielen, Arbeiten im Zentrum jeder Wohnung gespart werden, der als Gemeinschaftsraum und als Zugang zu den übrigen Zimmern dient. Die gleichberechtigten Räume sind in allen Wohnungen nach Südosten ausgerichtet. Eine flexible Nutzung der Wohneinheiten ist durch Solldurchbrüche gewährleistet, so dass zwischen 1- und 9-Zimmer-Wohnungen jede Aufteilung realisierbar ist.

Die Außengestaltung ist von der funktionalen Organisation des Gebäudes bestimmt. Die Fassade besteht aus geschosshohen Betonfertigbauteilen, die die Raumbreite von 3,50 m und das Tragwerk sichtbar machen. Für die Fassadenelemente wurden mehrschalige Sandwichelemente mit Vorsatzschale, Kerndämmung und Tragschale verwendet.

Die geschosshohen Fenster sind mit Schiebeläden aus Holz ausgestattet, die als Sonnen- und Sichtschutz dienen und die strenge Fassade durch individuelle Handbhabung auflockern. Die beiden angestellten Bauteile sind mit Faserzement verkleidet und ergänzen das helle Holz und den grauen Beton durch ein kräftiges Ochsenblutrot.
Das Dach des Zentralbaus, eine Holz-Sparren-Konstruktion mit Zinkeindeckung, ermöglicht eine optimale Besonnung des Innenbereichs. Ein der Hofseite vorgelagerter offenes und freistehendes Stahltreppenhaus sowie Laubengänge entang der gesamten Breite dienen als Außenspielbereich und Balkon.

Die wechselhafte und bedeutsame Geschichte des Grundstücks, das bis November 1938 Standort der Ehrenfelder Synagoge war, wird in der Hofgestaltung sichtbar. Der zwischen Wohnhaus und KITA entstehende Freiraum ermöglichte, die Fundamentmauer der Synagoge sichtbar zu machen. Ein Gemälde an der Brandmauer der Körnerstrasse 85 mit Sternenhimmel und Davidstern erinnert ebenfalls an die Geschichtes des Ortes.


Simone Mergen
August 2003

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Objekt-Daten

Objektnrprojekt # 043
Baujahr1999
EigentümerElmar Graf von Plettenberg
BauherrEd. Züblin AG, Stadt Köln
ArchitektGatermann + Schossig
Auszeichnungen2000 - Kölner Architekturpreis

1. Preis bei Achitektur- und Investorenwettbwerb der Stadt Köln
Fotos vonJens Willebrand