Die Firma als Werbefläche: Architektur als PlakatwandFoto: Ingo E. Fischer
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50999 Köln
Sürth
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Die internen Vorgänge eines Unternehmens drücken sich immer auch im Firmensitz aus. Damit ist dieser zugleich gebauter Ausdruck und Stütze der Unternehmensstrategie.
Die Firma Ströer beschäftigt sich neben der Entwicklung von innovativen Werbeträgern und dem City-Marketing hauptsächlich mit klassischer Plakat-Außenwerbung. Viele Start-Ups des Internet-Booms setzten, zum schnellen Gewinn von Marktanteilen, auf die Werbemittel dieser Firma. Dank der guten Auftragslage und steigendem Marktanteil verdreifachte sich die Mitarbeiterzahl innerhalb von sechs Jahren. Die Finanzsituation erlaubte es, über eine Neugestaltung der Firmenzentrale nachzudenken. Das bestehende Gebäudekonglomerat stieß nach dem siebten Um- und Anbau allerdings an seine baulichen Grenzen, die Funktionalitätsprobleme waren offensichtlich und auch das Erscheinungsbild wurde dem Unternehmen und seiner Bedeutung nicht mehr gerecht.
So entschloß sich die Firma dazu, auf dem als Ackerland genutzten Nachbargrundstück eine neue Zentrale zu errichten. Die zu einem Wettbewerb eingeladenen Architekturbüros wurden gebeten, das undefinierte Umfeld aus Industriestraße, S-Bahngleisen und Erschließungsstraße sowohl städtebaulich als auch symbolisch neu zu definieren. Dabei sollten die präsentierten Konzepte dem mit seinen Produkten im Stadtraum immer wieder erfahrbarbaren Unternehmen ein markantes, unverwechselbares Erscheinungsbild im Sinne einer "corporate identity" verleihen.
Die Firma Ströer beschäftigt sich neben der Entwicklung von innovativen Werbeträgern und dem City-Marketing hauptsächlich mit klassischer Plakat-Außenwerbung. Viele Start-Ups des Internet-Booms setzten, zum schnellen Gewinn von Marktanteilen, auf die Werbemittel dieser Firma. Dank der guten Auftragslage und steigendem Marktanteil verdreifachte sich die Mitarbeiterzahl innerhalb von sechs Jahren. Die Finanzsituation erlaubte es, über eine Neugestaltung der Firmenzentrale nachzudenken. Das bestehende Gebäudekonglomerat stieß nach dem siebten Um- und Anbau allerdings an seine baulichen Grenzen, die Funktionalitätsprobleme waren offensichtlich und auch das Erscheinungsbild wurde dem Unternehmen und seiner Bedeutung nicht mehr gerecht.
So entschloß sich die Firma dazu, auf dem als Ackerland genutzten Nachbargrundstück eine neue Zentrale zu errichten. Die zu einem Wettbewerb eingeladenen Architekturbüros wurden gebeten, das undefinierte Umfeld aus Industriestraße, S-Bahngleisen und Erschließungsstraße sowohl städtebaulich als auch symbolisch neu zu definieren. Dabei sollten die präsentierten Konzepte dem mit seinen Produkten im Stadtraum immer wieder erfahrbarbaren Unternehmen ein markantes, unverwechselbares Erscheinungsbild im Sinne einer "corporate identity" verleihen.
Der siegreiche Entwurf des Kölner Architekturbüros Fischer + Fischer erfüllte all diese Anforderungen und beinhaltete zugleich Dynamik, plakative Prägnanz und unverwechselbare Fernwirkung. Drei Baukörper repräsentieren sowohl die innere Struktur der Firma als auch ihr kommerzielles Kerngeschäft: die Plakatwerbung im Außenbereich.
Die Wandscheibe aus rot eingefärbtem Beton und mit dem dahinterliegendem Büroriegel übernimmt die Funktion eines Rückgrates und steht mit seiner Fläche als Metapher für die Werbewirksamkeit einer Plakatwand. Der vollständig verglaste, turmartige Ellipsoid bildet mit seinen Aluminium-Lamellen den Kopf der Anlage und symbolisiert den dynamischen, aufwärtsgerichteten "Think-Tank" des Unternehmens. Die gläserne Eingangshalle schließlich verbindet Kopf und Rückgrat und stellt den Mittelpunkt der Gesamtanlage dar.
"Es ist nicht einfach nur ein Haus, sondern ein starkes, zeichenhaftes Ensemble. Es zeigt den Dialog zweier Bereiche über ein verknüpfendes Medium, es zeigt den Rückhalt der Belegschaft hinter der Geschäftsführung und den festen Halt für den in Bewegung scheinenden Riegel der anderen Abteilungen".
Die sich ausweitende nächtliche Beleuchtung von Werbeflächen, findet in der Firmenzentrale seine Entsprechung: Die Wandscheibe erstrahlt bei Dunkelheit im kräftigen rot, der Ellipsoid leuchtet blau. So wird, mit Hilfe von zusätzlichen Lichteffekten im Inneren, das gesamte Ensemble auch nachts werbewirksam in Szene gesetzt.
Die Wandscheibe aus rot eingefärbtem Beton und mit dem dahinterliegendem Büroriegel übernimmt die Funktion eines Rückgrates und steht mit seiner Fläche als Metapher für die Werbewirksamkeit einer Plakatwand. Der vollständig verglaste, turmartige Ellipsoid bildet mit seinen Aluminium-Lamellen den Kopf der Anlage und symbolisiert den dynamischen, aufwärtsgerichteten "Think-Tank" des Unternehmens. Die gläserne Eingangshalle schließlich verbindet Kopf und Rückgrat und stellt den Mittelpunkt der Gesamtanlage dar.
"Es ist nicht einfach nur ein Haus, sondern ein starkes, zeichenhaftes Ensemble. Es zeigt den Dialog zweier Bereiche über ein verknüpfendes Medium, es zeigt den Rückhalt der Belegschaft hinter der Geschäftsführung und den festen Halt für den in Bewegung scheinenden Riegel der anderen Abteilungen".
Die sich ausweitende nächtliche Beleuchtung von Werbeflächen, findet in der Firmenzentrale seine Entsprechung: Die Wandscheibe erstrahlt bei Dunkelheit im kräftigen rot, der Ellipsoid leuchtet blau. So wird, mit Hilfe von zusätzlichen Lichteffekten im Inneren, das gesamte Ensemble auch nachts werbewirksam in Szene gesetzt.
Die tägliche, professionelle Beschäftigung der Mitarbeiter mit dem Thema "Kommunikation" findet auch im Inneren des Komplexes seinen Ausdruck.
So ermöglicht der, bei späterem Bedarf durch eine kammartige Struktur erweiterbare Büroriegel, verschiedenste Formen der Interaktion zwischen den Mitarbeitern. Durch raumhohe Glaswände vom Flur abgetrennte Einzel- und Mehrfachbüros gewähren akustisch ungestörtes Arbeiten und Intimität, offene Bürozonen dagegen unterstützen den regen Informationsaustausch untereinander. In den nischenartigen "Kommunikationszonen" schließlich, können an Stehtischen Einzelfragen schnell und effizient abgehandelt werden.
Im Ellipsoid dominieren Einzelbüros und Besprechungsräume, die jedoch, wie im Riegel auch, durch Glasschlitze optisch miteinander verbunden sind. Platz zur unmittelbaren Kommunikation bieten hier die großzügige, freistehende Treppenanlage sowie die umlaufenden Stege - ähnlich der Eingangshalle mit ihrem Treppenturm und den daran anschließenden Brücken.
Die Halle verbindet jedoch nicht nur Riegel und Ellipsoid miteinander, sondern erschließt ebenso die vielen zusätzlichen Gemeinschaftsbereiche: etwa die Cafeteria, den Vortragssaal oder die Bar. Ihre Weitläufigkeit bietet zudem Raum für Empfänge, Betriebsfeiern oder Ausstellungen.
Durch die gelungene Wechselwirkung zwischen Firmenphilosophie und Architektur wurde die neue Firmenzentrale so zu einer imagewirksamen und -prägenden Komponente des Betriebs und, als Identifikations- und Motivationsfaktor, zu einem wesentlichen Teil der Unternehmenskultur.
Ulrich Grützner
Juli 2003
So ermöglicht der, bei späterem Bedarf durch eine kammartige Struktur erweiterbare Büroriegel, verschiedenste Formen der Interaktion zwischen den Mitarbeitern. Durch raumhohe Glaswände vom Flur abgetrennte Einzel- und Mehrfachbüros gewähren akustisch ungestörtes Arbeiten und Intimität, offene Bürozonen dagegen unterstützen den regen Informationsaustausch untereinander. In den nischenartigen "Kommunikationszonen" schließlich, können an Stehtischen Einzelfragen schnell und effizient abgehandelt werden.
Im Ellipsoid dominieren Einzelbüros und Besprechungsräume, die jedoch, wie im Riegel auch, durch Glasschlitze optisch miteinander verbunden sind. Platz zur unmittelbaren Kommunikation bieten hier die großzügige, freistehende Treppenanlage sowie die umlaufenden Stege - ähnlich der Eingangshalle mit ihrem Treppenturm und den daran anschließenden Brücken.
Die Halle verbindet jedoch nicht nur Riegel und Ellipsoid miteinander, sondern erschließt ebenso die vielen zusätzlichen Gemeinschaftsbereiche: etwa die Cafeteria, den Vortragssaal oder die Bar. Ihre Weitläufigkeit bietet zudem Raum für Empfänge, Betriebsfeiern oder Ausstellungen.
Durch die gelungene Wechselwirkung zwischen Firmenphilosophie und Architektur wurde die neue Firmenzentrale so zu einer imagewirksamen und -prägenden Komponente des Betriebs und, als Identifikations- und Motivationsfaktor, zu einem wesentlichen Teil der Unternehmenskultur.
Ulrich Grützner
Juli 2003
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Objekt-Daten
| Objektnr | projekt # 029 |
| Baujahr | 2002 |
| Eigentümer | Deutsche Anlagen-Leasing |
| Bauherr | Ströer Vermögensverwaltung GmbH + Co KG |
| Architekt | Fischer + Fischer |
| Auszeichnungen | 1999 - Wettbewerbsartiges Gutachterverfahren, Ausgewählter Entwurf 2005 - "Vorbildliche Bauten in Nordrhein-Westfalen 2005" (Land NRW/Architektenkammer NRW) |
| Fotos von | Ingo E. Fischer |
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