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Umspannwerk Mediapark

Aushängeschild der Kölner Stadtwerke: das Umspannwerk mit seiner Lichtinstallation.
Foto: RheinEnergie AG


Industrie & Handel

Umspannwerk Mediapark


Erfstrasse/MediaPark
50672 Köln
Innenstadt

Das Umspannwerk liegt im MediaPark, dem früheren Gelände des Güterbahnhofs Gereon und markiert dessen südlichen Abschluss. Das Gebäude, das 1992 in Betrieb genommen wurde, ist eines von 50 Umspannwerken in Köln. Mit einer Summe von rund 15 Millionen DM ist es zugleich das teuerste. Die Baukosten kamen nicht allein durch die aufgesetzten Display-Hologramme zustande. Sie zollen dem prominenten Standort Tribut. Denn dieses Umspannwerk dient zugleich als Aushängeschild des Kölner Energieversorgers, der bis 2002 unter GEW Köln AG firmierte.

Im vorausgegangenen Architekturwettbewerb wurden zwei erste Preise ausgelobt. Graf von Einsiedels Einreichung sah die markanten dreieckigen Hauben und deren Gestaltung durch den Künstler Hingstmartin vor. In Zusammenarbeit mit dem Büro KSP entstand aus beiden prämierten Entwürfen eine Gemeinschaftsarbeit – von der Planung bis zur Umsetzung.

Über dicke, in der Erde liegende Kabel kommt Strom mit einer Spannung von über 100.000 Volt an. Transformatoren und Schaltschränke regulieren die elektrische Leistung auf das niedrigere Spannungsniveau der Verbrauchsstellen herunter. Ein Nebenprodukt der Transformatoren ist Wärme. Die Kühlung der Anlage ist eine zentrale Aufgabe, die in der Konzeption berücksichtigt werden muss. Hier wird die Wärmelast über die drei Ablufthauben abgeführt. Man machte sich die natürliche Kaminwirkung zu nutze und konnte so auf eine Ventilationsanlage verzichten, wie sie in geschlossenen Umspannwerken üblich ist.

Das technische Gebäude ist mehr als ein reiner Zweckbau. Es spiegelt seinen urbanen Kontext. Der eigentliche Blickfang - die dreieckigen Hauben – kommen erst in der Dunkelheit voll zur Geltung. In Zusammenhang mit den beleuchteten, rötlich gestalteten Traforäumen bilden die Hologramme auf dem Dach einen weithin sichtbaren, farblich-lichtechnischen Akzent. Das Thema "Energie" findet in diesem changierenden Lichtspiel einen unmittelbaren Ausdruck.

Für den Aufbau des Gebäudes ist das Rechteck bestimmend. Allein die dreieckigen Ablufthauben sprengen das Grundmuster und setzen einen besonderen Akzent. Die einzelnen Funktionsbereiche wurden collagenartig zusammengesetzt und sind als eigenständige Elemente erkennbar.

Über große Schaufenster sind die ebenerdigen, in leuchtendem Magenta gestalteten Traforäume einsehbar. Wenn auch das Gebäude nicht öffentlich zugänglich ist, so legt es doch über diese Inszenierung aus Licht und Farbe seine technisches Innenleben offen. Gefasst ist der Fensterbereich in dunklen Quadern aus Basaltstein. Das Obergeschoss bildet ein überkragender Baukörper, der die Mittelspannungsanlage beherbergt. Er ist komplett mit profiliertem Aluminiumblech verkleidet. Massige Stahlträger binden die Konstruktion von Ober- und Untergeschoss zusammen.

Zur Erftstraße hin sind zwei Spulenräume angesetzt, die die Basaltsteinplatten und Blechlamellen kombinieren. Über ein Rolltor öffnet sich der Bau für Fahrzeuge. Diese Halle ist vor allem für den Einbau der Transformatoren von jeweils 58 Tonnen Gewicht sowie sperrige Apparateteile, die sich nicht ohne weiteres transportieren lassen, konzipiert. Die gesamte rückwärtige Seite des Gebäudes, die den Raum mit den Schaltelementen beherbergt, ist glatt und geschossübergreifend mit Edelstahlplatten versehen.

Auf beiden Seiten wird das Umspannwerk durch Treppenanlagen flankiert, die gelegentlichen Besuchen von Wartungs- und Kontrollpersonal dienen. Das Gebäude ist unbemannt. Straßenseitig ist eine stählerne Außentreppe vorgelagert. Den Anschluss an die nebenliegende Wohnbebauung bildet ein gläsernes Treppenhaus, das - wie die Rückseite enthüllt - in die kurvierte Form der "Wohnschlange" überleitet.
Doppelte Platten aus Verbundglas schließen die laserbelichteten, transparenten Filmfolien ein. Bei der Holografie handelt es sich um ein Aufzeichnungsverfahren für optische Information. Deren Widergabe benötigt Licht, das in einem bestimmten Winkel auf das Hologramm trifft und somit das Bildmotiv sichtbar macht. Der Künstler Hingstmartin hat für beide Seiten der dreieckigen Hauben verschiedene Entwürfe gefertigt. Drei Glühlampen weisen in Richtung MediaPark, das Kürzel GEW - für den Bauherrn - in Richtung Bahndamm. Auf ihn geht auch die frabliche Gestaltung der Traforäume zurück, so dass sich bei Dunkelheit ein harmonische Gesamtwirkung aus Licht und Farbe ergibt.

Die drei Display-Hologramme erzeugen wechselnde Eindrücke. Die Farben changieren und verändern sich, je nach Betrachtungswinkel und Abstand. Angelegt ist ihre Wirkung auf eine Distanz bis zu 300 Metern, was der Entfernung des am gegenüberliegenden Ende des MediaParks gelegenen Cinedom entspricht. Stehen, Gehen, Fahren - die Geschwindigkeit, mit der sich Passanten auf das Umspannwerk zu bewegen, ist eine weitere Variable, die die Bilder der Hologramme modifiziert. So wird die Dynamisierung der technisch-statischen Architektur erreicht.

Der besondere Reiz dieses Umspannwerkes und seiner Lichtinstallation liegt in der Selbstbezüglichkeit. Es trifft und gestaltet eine Aussage zum Thema moderne Bilderwelten mit Hilfe von Licht, Energie und Medien und Technik.

Petra Metzger
Mai 2003

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Objekt-Daten

Objektnrprojekt # 026
Baujahr1990, 1992, 1996
EigentümerGEW RheinEnergie AG
BauherrGEW Köln AG
ArchitektSandro Graf von Einsiedel und KSP Architekten
Fotos vonLukas Roth; RheinEnergie AG