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Hopper Hotel et cetera

Ein ehemaliges Kloster der Barmherzigen Brüder wurde 1997 zu einem Hotel umgebaut.
Foto: Uwe Spoering


Wohnen / Freizeit

Hopper Hotel et cetera


Brüsseler Straße 26
50674 Köln
Innenstadt

Das Wesentliche zum Mittelpunkt zu machen ist das Konzept des 1997 eröffneten "Hopper Hotel et cetera". Ganz in der Tradition der Barmherzigen Brüder zu Montabaur soll in diesem ehemaligen Kloster auf alles Überflüssige verzichtet werden. Denn die Erbauer finanzierten ihr karitatives Wirken allein durch milde Gaben und Spenden. Wohlhabende Kranke wurden hier ebenso gepflegt wie mittellose Notleidende aller Konfessionen kostenlos mit Nahrung versorgt.

Nach dem Umzug der sieben noch verbliebenen Mönche in ein Altersheim und der anschließenden Auflösung des Klosters, diente das Gebäude ab 1974 ein knappes Vierteljahrhundert lang dem Malteser-Hilfsdienst für Schulungen. Durch den Umbau in ein Hotel steht nun die Beherbergung und Verköstigung von Menschen wieder im Mittelpunkt.

Dabei spielt die ursprüngliche Nutzung weiterhin die dominierende gestalterische Rolle. Notwendige Einbauten wie Sanitärräume und moderne Technik sind der historischen Bausubstanz ebenso sensibel beigefügt, wie die von den Architekten selbst entworfene Möblierung.

Eine zentrale Rolle beim hier entwickelten Beherbergungskonzept spielt neben der Geschichte, wie schon der Hotelname verheißt, die Kunst. Diese beiden Hauptthemen vereinen sich etwa in zwei prominent im Haus ausgestellten Kunstwerken: im Eingangsfoyer empfängt den Gast zunächst eine als Pater verkleidete Puppe. Die großformatige Fotografie in seinem Rücken zeigt die im Krieg weitgehend zerstörte Klosterkapelle "St. Maria Regina zum Rosenkranz".

Nach dem Krieg wurde diese in ihrer Kubatur weitgehend wieder aufgebaut und mit einem Zwischengeschoß versehen - nun beherbergt dieser Baukörper das hoteleigene "Hopper Restaurant et cetera". An seiner Rückwand erwartet den Besucher ein Abbild der zuvor gesehenen Fotografie: ein raumhohes, vom russischen Künstler Alexander Tschechovskoy gemaltes Ölgemälde läßt die ehemalige Apsis farbenfroh wieder erstehen. So erinnert der Raum mit seiner sakralen Würde weniger an ein Restaurant denn ein Refektorium.


Die schlichte und unaufdringliche Ausstattung der Gästezimmer deutet auf ihre Vergangenheit als Klosterzelle und Lazarettzimmer hin. Trotz der geringen Raumgrößen vermitteln die Parkettböden und die wenigen, teils beweglichen Kirschholzmöbel das Gefühl von Leichtigkeit und Weite. Das Luxusbedürfnis des Gastes wird dennoch befriedigt: in den Bädern zieren Kacheln aus dunklem Marmor die Wände.

Für die insgesamt 49 Gästezimmer schufen 49 Künstler anläßlich der Art Cologne 1996 jeweils ein Kunstwerk im Format von 49 x 49 Zentimetern. Diese stellen seitdem die Hauptattraktion der Räume dar und unterstreichen einmal mehr den Anspruch des gesamten Hauses: dem Gast ganz individuell zu dienen.

Ulrich Grützner
Mai 2003

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Objekt-Daten

Objektnrprojekt # 025
Baujahr1894
EigentümerPensionskasse der BASF
2. Bauphase 
Baujahr1997
BauherrPensionskasse der BASF
ArchitektHKR Architekten
Fotos vonUwe Spoering