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Schiller- und Elisabeth-von-Thüringen-Gymnasium



Forschung & Bildung / Bauten für Kinder

Schiller- und Elisabeth-von-Thüringen-Gymnasium


Nikolausstraße 55
50937 Köln
Sülz

Unabhängig voneinander als höhere Lehranstalten für Jungen und Mädchen gegründet, teilen sich das Schiller-Gymnasium und das Elisabeth-von-Thüringen-Gymnasium heute ein gemeinsames Grundstück im Kölner Stadtteil Sülz. Seit dem Jahr 2002 verfügen sie nun vereint über einen zusätzlichen Klassentrakt, eine Doppelturnhalle und ein sogenanntes Pädagogisches Zentrum.

Der direkte Zugang zum Schulgelände von der Universitätsstraße und Berrenrather Straße aus, wird Schülern wie Besuchern durch hohe Zäune, Mauern und geschlossene Fassaden versperrt. Der Sinn dieser Trutzhaftigkeit erschließt sich beim Blick auf die insgesamt neun Fahrspuren plus Fuß- und Fahrradwegen der beiden Hauptverkehrsstraßen: ein sicherer Schulweg erhielt bei der Neugestaltung Vorrang vor einer zeitweisen Belebung des öffentlichen Straßenraums. Vorbei an schulalltäglichen Notwendigkeiten wie Kiosk, Buchladen und Café läßt sich das Areal schließlich über die dem Stadtteil Sülz zugewandte Nikolausstraße sowie die Palanterstraße betreten.


Weitere Projekte des Büros Felder:
->Technikhof Kalk
->Werkstattgebäude Großklärwerk Köln Stammheim
->Pavillon Veedelstreff

Die neu hinzugefügten Gebäude respektieren vergangene städtebauliche Leitbilder und komplettieren die bestehenden Gebäudestrukturen auf sensible und selbstbewußte Weise. So ergänzt die neue Doppelturnhalle die gründerzeitliche Wohnbebauung. Der neue Klassentrakt und das Pädagogische Zentrum bilden nun gemeinsam mit den Schulgebäuden aus den 1960er Jahren eine modifizierte U-Form. Dadurch ergibt sich ein lärm- und abgasgeschützter Pausenhof, der mit seinen Blumenrabatten, dem steinernen Forum und dem künstlichen "Bach" nunmehr das Zentrum des gesamten Schulkomplexes bildet.

Vorgefundene architektonische Elemente und Baumaterialien werden bei den neuen Gebäuden zitiert. Ähnlich zweier Gebäude in der Nikolausstraße, wird auch der neue Klassentrakt durch ein gläsernes Treppenhaus mit den Altbauten verbunden; Fassaden aus rotem Ziegel dominieren sowohl bei den bestehenden wie auch bei den hinzugefügten Schulgebäuden. Damit gelingt es den Architekten die in ihrer Kubatur einfachen neuen Baukörper einfühlsam in die Umgebung zu integrieren.
Die Verwendung weitgehend gleicher Materialien auch im Inneren verdeutlicht die Zusammengehörigkeit der neuen Gebäude. Trotzdem entwickeln sie nicht zuletzt aufgrund ihres unterschiedlichen Raumprogramms ganz eigene räumliche Qualitäten.
Die Flure des Klassentrakts mit ihren intimen hölzernen Sitznischen etwa sind die einzigen Räume des gesamten Komplexes, von denen aus sich in Schulpausen oder bei Unterrichtsverweis nicht nur der brausende Verkehr der Universitätsstraße beobachten läßt. Auch regt der Blick auf Arbeitsamt und Gericht zu fleißigem Lernen an. Der sogenannte Know-How-Raum bietet Schülern schließlich die Möglichkeit, selbständig mit Hilfe von Computern und Büchern eigene Nachforschungen zu betreiben oder Versäumtes nachzuholen.

Das Pädagogische Zentrum soll mit seiner vielseitigen Raumstruktur und klaren Gestaltung mehr als nur die Funktionen einer handelsüblichen Schulaula übernehmen: mit den maximal 280 Sitzplätzen, den Emporen und einer hervorragenden Akustik kann das Gebäude von jedermann als Veranstaltungs-, Theater-, oder Konzertsaal angemietet werden. Neben der hochmodernen Bühnentechnik reicht die Ausstattung dabei vom Internetanschluß, über eine digitale Musikanlage bis zur einzigartigen Lichtdecke mit ihren 5.400 individuell steuerbaren Neonröhren.
Mit ihren vielfältigen Funktionen und den technischen wie räumlichen Reizen sollen sich damit sowohl die neuen Gebäude als auch der Gesamtkomplex verstärkt zur Nachbarschaft hin öffnen.

Ulrich Grützner
Juli 2003

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