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ag4 mediatecture company

Zwei, wie riesige orangefarbene Monitore wirkende Fassadenelemente, markieren den Zugang zum Treppenhaus.
Foto: ag4


Verwaltung & Büro

ag4 mediatecture company


Am Kölner Brett 8
50825 Köln
Ehrenfeld

Den eigenen Firmensitz zu entwerfen, stellt für Architekten eine ganz besondere Herausforderung dar. Schließlich sollen potentielle Kunden nicht nur einen positiven ersten Eindruck gewinnen, sondern gleichzeitig mit der Philosophie des Büros vertraut gemacht werden. ag4 wollte darüber hinaus beim neuen Gebäude den selbst eingeführten Begriff der "Mediatektur" baulich umsetzen.

Definiert wird dieser Begriff als die "unmittelbare Verknüpfung von medialen Welten und gebauter Architektur, als die Synergie aus virtuellen und realen Räumen". Für Konzerne wie die Deutsche Bahn AG entwickelt ag4 Kommunikations-Konzepte und setzt diese sowohl technisch als auch architektonisch um.

Auf plastische Weise verdeutlicht die Eingangsfassade dem Besucher diese spezielle Mischung aus Werbeagentur, Softwareentwicklung und Architekturbüro: zwei, wie riesige orangefarbene Monitore wirkende Fassadenelemente markieren den Zugang zum Treppenhaus. Sein Inneres kann durch die roten, grünen und blauen LED-Dioden, ähnlich dem Prinzip eines herkömmlichen Fernsehers, in jede beliebige Farbe getaucht werden. Durch Bewegungsmelder ausgelöstes weißes Licht begleitet den Treppennutzer sicher zu den insgesamt vier Geschossen.


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Für die übrigen drei Fassaden entwickelte das Entwurfsteam ein weiteres spezifisches Gestaltungselement. Teile der Vorhangfassade lassen sich stufenlos nach oben falten und geben dabei die dahinter liegenden Fenster frei. Die individuell steuerbaren Faltelemente dienen dabei nicht nur dem Schutz von Mensch und Maschine vor zuviel Sonnenlicht, sondern sichern in geschlossenem Zustand zudem die wertvolle Innenausstattung vor Diebstahl.

Die unregelmäßige Anordnung der Fensteröffnungen zeigt die notwendige Flexibilität bezüglich Raumangebot und -aufteilung des Gebäudeinneren. Denn je nach Bedarf wird die feste Bürobesetzung für die unterschiedlichen Projekte durch freie Architekten, Designer und IT-Spezialisten ergänzt. Dabei wird auch die Zusammensetzung und räumliche Anordnung der Teams immer wieder neu den jeweiligen Erfordernissen angepaßt.
Die projektunabhängigen Verwaltungsbereiche mit Sekretariat, Konferenzraum und Chefbüros werden durch strapazierfähigen Teppichboden markiert, versiegelter Estrich hingegen definiert den flexiblen "Produktionsbereich". Leichte Trennwände, Glaselemente und schallschluckende Holzschiebetüren grenzen die beiden Arbeitsbereiche zudem akustisch voneinander ab - ihre räumliche Nähe jedoch verdeutlicht das Konzept der kurzen Wege und direkten Kommunikation.

An der Decke installierte Kabelkanäle aus Plexiglas verbinden alle Arbeitsplätze schließlich technisch miteinander und ermöglichen den Zugriff auf Strom und Daten von jedem Platz aus. Per Flexschlauch kann sich dann jeder Mitarbeiter mit der zu Projektbeginn ausgeteilten Ausstattung aus rollbarem Computer sowie dem dazugehörigen Tower samt allen elektronischen Ports an die bürointerne Infrastruktur andocken.

So probt ag4 die Zukunft, denn: "Büros werden mediatisiert sein und sich je nach Projekt und Mitarbeiterzahl verändern lassen - auf Knopfdruck."

Ulrich Grützner
Mai 2003

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Objekt-Daten

Objektnrprojekt # 023
Baujahr2001
Eigentümerag4 mediatecture company
Bauherrag4 mediatecture company
Architektag4 mediatecture company
Fotos vonag4 mediatecture company