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Halle 302

Umnutzung und Ausbau zum Bürokomplex: Die Halle 302 A
Foto: Tomas Riehle


Verwaltung & Büro

Halle 302


Schanzenstraße 21
51063 Köln
Mülheim

Bei der Umnutzung und dem Ausbau der Halle 302 A zum Bürokomplex handelt es sich um ein Projekt, das im Rahmen einer strategisch angelegten Revitalisierung und Nutzungsänderung von mehreren Hallen einer Industriebrache in Köln-Mülheim realisiert worden ist.

In einem wilden Konglomerat aus ein- und mehrgeschossigen Produktions- Lager- und Bürogebäuden mit Backstein, Putz und Glasfassaden war das erklärte Ziel, eine systematische Aufwertung der Situation durch architektonische Qualität im Industriebau zu erreichen.
Dazu gehörte ebenfalls die Entwicklung eines Leitsystems und die Außenraumstrukturierung des Areals mit Bäumen und Parkplätzen.

Dieser über die reine Zweckerfüllung hinausgehende Ansatz vermag es, ein neues "Image" entstehen zu lassen und einen Ort der Identifikation zu schaffen.
Die auf dem Gelände angesiedelten Zwischennutzungen werden im Verlauf dieses Prozesses ausgedünnt, jeder Eingriff in die Substanz ist dem Endziel verpflichtet, auch wenn einige Gebäude nach dem Umbau noch eine Weile "zwischengenutzt" werden.

Studio und Bürokomplex
Das Obergeschoss der Halle 302 wurde für eine Werbeagentur zu einem Kombibüro ausgebaut. Große Gruppenarbeitsräume werden durch höhergelegene Denkzellen ergänzt. Darunter befinden sich Funktionsräume. Die seitlich angelagerte zweigeschossige Struktur wird durch eingestanzte Besprechungsräume rhythmisiert. Glastrennwände mit Holztüren schotten die Denkzellen akustisch vom Großraum ab.

Hintergrund der Materialwahl ist die Abneigung des Bauherren gegen Gipskartonwände. Der Einbau von massiven Mauerwerkswänden in Kombination mit Glastrennwänden und Holztüren war in dem gewünschten Raster wegen der schwer einzuschätzenden Tragfähigkeit der vorhandenen Kappendecken, nicht möglich. Deshalb wurden die als Scheiben ausgebildeten Betonwände in die beiden Seitenwände der Halle eingehängt und in der Mitte punktuell auf einen vorhandenen Unterzug abgesetzt. In die Decke werden aufgrund dieser Konstruktion keine zusätzlichen Lasten eingeleitet.
Aufgrund der Massenträgheit der vorhandenen Mauerwerkswände und der neu eingestellten Betonscheiben erübrigten sich weitere Maßnahmen zur Klimatisierung. Das Büro wird konventionell beheizt.


Industriecharakter bleibt gewahrt
Die formale Methode ist im Innenraum ablesbar, die zweigeschossigen Einbauten werden klar vom Bestand getrennt, sie wurden aus einer autonomen Formensprache entwickelt, die in spannungsvollem Kontrast zum Bestand steht.

Deshalb bleibt trotz der neuen Einbauten, die auch abgeschlossene Büronutzungen zulassen der Raumeindruck der großzügigen Halle erhalten. Durchgängige Lichtbänder im Dach und Licht von den Seiten unterstützen diesen Eindruck noch.



Barbara Schlei
Juli 2003

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Objekt-Daten

Objektnrprojekt # 016
Baujahr1999
EigentümerG. Eggerbauer
BauherrG. Eggerbauer
ArchitektReinhard Angelis Büro für Architektur + Gestaltung
Auszeichnungen2000 - Kölner Architekturpreis
Fotos vonTomas Riehle
 

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